Logo und Losung für das Jahr 2021 der Evangl. Kirche Starnberg

Tageslosung vom 18.01.2021
HERR, du machst alles lebendig, und das himmlische Heer betet dich an.
Von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit!

Dr. Christian Thiemes Zettelkasten

Gottesdienst, 2. So nach Epiphanias, 17. Januar 2021

von Pfarrerin Dr. Anne Stempel-de Fallois, musikalische Begleitung Barbara Simons-Haasen,
Evangelisch-Luth. Kirchengemeinde Starnberg


Nelson Mandela
Anregungen zur Bewahrung der Freiheit, Teil 1

Heute gelesen: Texte und Anregungen in der Zeit des Wartens

Nelson Mandela
Nelson Mandela
South Africa The Good News / www.sagoodnews.co.za, CC BY 2.0 (licenses), via Wikimedia Commons

nelson mandela unterschrift

Zahlreiche Ehren- und Kosenamen wurden ihm zuteil. Mit Bezeichnungen wie "Tata" (deutsch "Vater") und dem Clannamen "Madiba" drückten viele Menschen ihre herzliche Zuneigung zu Nelson Mandela und seinem lebenslanger Kampf für die Gleichberechtigung der Menschen in Südafrika. Ich selbst kann mich noch daran erinnern, wo ich die Nachricht seiner Freilassung aus dem Gefängnis am 11. Februar 1990 erfuhr – und wie froh mich diese Botschaft machte …

"Ich werde für die Freiheit kämpfen, solange ich lebe" hatte Mandela in einem Brief vom 26. Juni 1961, damals schon im Untergrund, notiert. 60 Jahre später bieten die Texte und Überlegungen des Südafrikaners (*18. Juli 1918, †5. Dezember 2013) auch im Jahr der Impfung gegen die Pandemie und die weiterhin noch auferlegte Distanzierung interessante Hinweise und aktuelle Anregungen. Auch heute gilt es, die uns geschenkte Freiheit stets zu bewahren, zugleich deutlich Stellung zu beziehen für die Menschen ohne Ansehen und für einen möglichst gleichen Zugang zu den Chancen unserer Gesellschaft.

Grundlage für die hier vorgestellten Texte sind die englische und die deutsche Textausgabe NELSON MANDELA:The struggle is my life. His speeches and writings brought together, London 1986; DERS.: Der Kampf ist mein Leben. Gesammelte Reden und Schriften. Mit zusätzlichen Dokumenten und Beiträgen zum Befreiungskampf in Südafrika, Dortmund, 1986.

Dr. Stefan Koch

 

Am 11. Juli 1963 wurden auf einer Farm nahe Johannesburg mehrere leitende Mitglieder der Opposition verhaftet. Am 9. Oktober begann der Prozess gegen sie wegen "Sabotage" in 193 Fällen. Nelson Mandela war der Angeklagte Nr. 1, er wurde beschuldigt, den Sturz der Regierung durch bewaffnete Aufstände in die Wege zu leiten. Mandela sagte im Prozess weder in eigener Sache aus, noch ließ er sich in einem Kreuzverhör befragen. Er verfasste stattdessen eine Erklärung, die er dann am 20. April 1964 vor Gericht abgab (sie wird später in dieser Lektüre-Reihe vorgestellt). Zuvor hatte er auf Betreiben von Freunden einen kurzen Abriss seiner Biographie notiert …

"Ich wurde am 18. Juli 1918 in Umtata, Transkei, geboren. Mein Vater, Häuptling Henry, war ein Polygamist, der vier Frauen hatte. Weder er noch meine Mutter sind jemals zur Schule gegangen. Mein Vater starb 1930. Danach wurde David Dalindyebo, der damalige oberste Häuptling des Stammes, mein Vormund …

Ich habe einen Abschluss der philosophischen Fakultät der Universität von Südafrika und bin ausgebildeter Rechtsanwalt. Während ich im Hochverratsprozess vor Gericht stand, heiratete ich Winnie, die Tochter von Columbus Madikizela, dem Landwirtschaftsminister der Transkei. Ich habe fünf Kinder, drei aus einer früheren Ehe und zwei mit Winnie.

Mein politisches Interesse wurde geweckt, als ich in meiner Jugend im Dorf unseren Stammesältesten lauschte. Sie sprachen von den guten alten Zeiten vor der Ankunft der Weißen. Unser Volk lebte friedlich unter der demokratischen Herrschaft seiner Könige und Ratgeber und zog ungehindert durchs ganze Land. Damals gehörte das Land uns. Wir nahmen den Boden, die Wälder und die Flüsse in unseren Besitz. Wir bildeten unsere eigene Regierung; wir befehligten unsere eigene Armee und organisierten unseren eigenen Handel.

Die Ältesten erzählten uns von der Befreiung und vom Kampf, den unsere Vorfahren zur Verteidigung unseres Landes führten. Sie schilderten auch die Heldentaten, die von Generälen und Soldaten in dieser heroischen Zeit begangen wurden. Damals hoffte ich, dass zu den Freuden, die das Leben vielleicht für mich bereithalten mochte, auch die Gelegenheit gehören würde, meinem Volk zu dienen, und ich gelobte, dass ich meinen eigenen bescheidenen Beitrag zu seinem Freiheitskampf leisten wollte. Mit sechzehn Jahren wurde ich, wie es unser Brauch ist, an den Ufern des Bashee-Flusses auf die Beschneidung vorbereitet, demselben Ort, wo viele meiner Vorfahren beschnitten wurden. Nach den Regeln meines Stammes war ich jetzt ein Mann und durfte am "Parlament" des Imbizo-Stammes teilnehmen. Als ich dreiundzwanzig war, glaubte mein Vormund, dass es für mich an der Zeit sei, zu heiraten. Er liebte mich sehr und sorgte ebenso gewissenhaft für mich wie mein Vater, aber er war kein Demokrat und hielt es nicht der Mühe wert, diese Angelegenheit mit mir zu erörtern. Er suchte eine wohlbeleibte und ehrwürdige Frau für mich aus, zahlte Brautgeld (lobola) und die Vorbereitungen für die Hochzeit wurden getroffen. Ich flüchtete nach Johannesburg.

Ich bewarb mich bei den Crown-Minen um eine Stelle. Zusammen mit meinem vier Jahre älteren Neffen, dem obersten Richter Mtirara, jetzt ein Mitglied der Territorialbehörde der Transkei, war ich von zu Hause fortgegangen. Es wurde vereinbart, dass er als kaufmännischer Lehrling und ich als Polizist anfangen sollte. Nach kurzer Zeit, sobald eine Stelle frei war, sollte ich Büroangestellter werden. Ich verließ die Minen und arbeitete ein Jahr lang als Grundstücksmakler für zwei Pfund im Monat plus Provision. Es war die schwierigste Zeit meines Lebens. 1942 erhielt ich eine Lehrstelle bei einem Johannesburger Rechtsanwaltsbüro Witkin, Sidelsky und Eidelmann. Mr. Sidelsky werde ich immer zu Dank verpflichtet sein …

1944 schloss ich mich dem Afrikanischen Nationalkongress an. Die Bewegung wuchs, 1952 wurde ich zum Präsidenten der Organisation in der Transvaal-Provinz gewählt. Im selben Jahr wurde ich stellvertretender Präsident des ANC. 1953 befahl mir die Nationalistische Regierung, von diesem Amt zurückzutreten. 1953 wurde ich wegen meiner Rolle bei der Organisation der Kampagne zur Missachtung der Apartheidgesetze zu einer neunmonatigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt. 1956 wurde ich dann unter der Anklage des Hochverrats verhaftet. Der Prozess dauerte fünf Jahre, und im März 1961 wurde ich freigesprochen. Anfang 1961 ging ich in den Untergrund, um den Mai-Streik zu organisieren. Seitdem bin ich nicht mehr zu Hause gewesen. (Es folgen noch Hinweise auf Auslandsreisen durch Afrika und nach England und politische Gespräche dort).

Hinweis
Das Biogramm Mandelas lässt seine traditionelle Herkunft und jugendliche Prägung als künftiger Repräsentant (einer nicht regierenden Nebenlinie) des Königshauses deutlich werden. Den persönlichen Grund für seine "Flucht" aus dieser Tradition nennt Mandela zwar nicht, sie wirft aber ein bezeichnendes Licht auf diese Tradition, der er als Junge noch bewundernd gelauscht hatte. An anderer Stelle schreibt Mandela davon, er habe schon als Kind gelernt, "Gegner zu bezwingen, ohne sie zu entehren" (NELSON MANDELA, Der lange Weg zur Freiheit, Frankfurt 1994, S. 20).

Interessant sind weitere Leerstellen, die Mandelas Notiz lässt. So schweigt er von seiner Taufe (auf Betreiben des Vaters, um ihm den Besuch der Schule zu ermöglichen), von der Verarmung der Familie nach dem Tod des Vaters samt Umzug und auch dem Jura-Studium (erst noch ohne Abschluss, nachgeholt zum Ende der Haftzeit 1989) und der gemeinsamen Rechtsanwaltspraxis mit Oliver R. Tambo.

Wenn Sie Zeit und Interesse daran haben, füllen Sie doch diese und andere Lücken durch eigene Lektüre für ein differenzierteres Bild der frühen Jahre von Rohihlahla Mandela (den später gebräuchlichen Vornamen Nelson bekam er erst auf dem presbyterianischen Internat).

1)NELSON MANDELA: Der Kampf ist mein Leben. Gesammelte Reden und Schriften. Mit zusätzlichen Dokumenten und Beiträgen zum Befreiungskampf in Südafrika, Dortmund, 1986, S. 372-374.


Werkkurs - Terminabsage

Fertigen von biblischen Erzählfiguren

Der in unserer Gemeinde bereits angekündigte Kurs muss, aus gegebenem Anlass, leider abgesagt werden!

Der in unserer Gemeinde bereits angekündigte Kurs muss, aus gegebenem Anlass, leider abgesagt werden!


Thiemes Zettel vom 07.01.2021

Dr. Christian Thieme

dünnes EisPerikles von Athen und das dünne Eis der Demokratie

Wir befinden uns im Jahr 430 v.Chr., und Perikles, der Chef der Athener, hält die Gedenkrede für die Gefallenen des letzten Jahres – eigentlich eine Routineübung. Doch Perikles wollte mehr als nur Routine: Statt das Blutopfer der gefallenen Athener mit weiter nichts als mit tagespolitischen Interessen zu rechtfertigen, stellte er, bevor er die herkömmlichen Erwartungen bediente, die Grundwerte heraus, die Athen vor allen anderen Staaten auszeichneten. Dass sein Text (in der von Thukydides überlieferten Fassung) bis heute als Magna Charta der Demokratie gefeiert werden würde, konnte er freilich nicht ahnen. Und dass er sich nach 2500 Jahren wie ein spitzer Pfahl ins Fleisch einer scheindemokratischen Selbstgefälligkeit bohren würde, noch weniger. Mit dem folgenden Ausschnitt habe ich, ich gebe es zu, etwas auf die Tagespolitik geschielt:

Von dem Geiste aber, der uns dahin gebracht, von Staatseinrichtungen und Grundsätzen, denen wir unsere Größe verdanken, davon will ich zuerst reden (…). Wir genießen eine Verfassung, welche die Gesetzgebung anderer Staaten nicht nachahmt; im Gegenteil sind wir eher anderen ein Beispiel, als dass wir sie nachahmten. Und mit Recht wird sie, da die Gewalt nicht bei wenigen sondern bei der Gesamtheit ruht, Volksherrschaft genannt. Jedem gebührt nach den Gesetzen gleiches Recht mit den anderen in allen seinen Angelegenheiten (…)

In dem Abschnitt, den ich hier überspringe, führt Perikles aus, was Chancengleichheit und Freiheit von Diskriminierung bedeuten, um dann fortzufahren:

Während wir dergestalt unbeschwert von Mensch zu Mensch verkehren, widerstreben uns im öffentlichen Leben zumeist aus sittlicher Ehrfurcht Unbotmäßigkeiten gegen die ständige Obrigkeit und die Gesetze, vorzugsweise gegen die, welche zum Schutz der Schwächeren und Notleidenden bestehen und, wenn auch ungeschrieben, doch nach allgemeiner Denkart den Übeltäter brandmarken.

Anmerkung: Antikes Denken lässt sich manchmal nicht ohne weiteres in moderne Sprache fassen. Für den griechischen Terminus "Demokratie" hat der Übersetzer im Deutschen aus gutem Grund das neutralere Wort "Volksherrschaft" gewählt. Auch bei anderen abstrakten Begriffen ist Fingerspitzengefühl nötig, um für die antiken Konzepte moderne Begriffe zu finden, die den Punkt treffen, ohne sich von unangemessenem Wunschdenken leiten zu lassen. Man braucht nur verschiedene Übersetzungen zu vergleichen, um eine Vorstellung vom Problem zu bekommen, wobei ich bei "Geist" und "Grundsätze" mit der Wahl des Übersetzers ganz einverstanden bin.

Ob Perikles als Person für die Werte stand, die er in seiner berühmten Rede predigte, ist unter Historikern umstritten. Denken wir uns für heute, dass er vielleicht der erste Demokrat in der ersten Demokratie war, wenn auch mit allen notwendigen Einschränkungen. Das tut unserer geschundenen Demokraten-Seele gut. Gerade heute, wo sie unter dem Eindruck steht, um nicht zu sagen gezeichnet ist von jenen vier schicksalhaften Jahren, die dieser Tage mit Donner und Getöse zu Ende gehen – oder auch nicht? Vor dieser Erfahrung habe ich die Rede anders gelesen und mich auf den Teil konzentriert, den ich jetzt übersprungen habe. Ich meine den Teil, wo Perikles die Vorzüge von Gleichheit und Rechtsstaatlichkeit preist. So aber muss ich den Blick zuerst auf einen scheinbar zweitrangigen Aspekt der Rede richten, dessen heutige Bedeutung vor vier Jahren kaum einer auf dem Schirm hatte: Die ungeschriebenen Gesetze. Solange sie unangefochten galten, bemerkte man sie kaum. Perikles aber hat ihren Wert schon vor 2500 Jahren gesehen: Ein funktionierender demokratischer Staat entsteht erst dann, sagt er, wenn wir neben dem Wortlaut auch den Sinn der Gesetze im Blick behalten und akzeptieren, dass sich nicht jedes kleinste Detail in Paragraphen fassen lässt.

Nichts ist so zerbrechlich wie Demokratie
Wer folglich den eigenen Staat zerlegen will und frei von Schamgefühl ist, wird genau hier ansetzen und gezielt auf die ungeschriebenen Gesetze losgehen. Denn da ungeschriebene Gesetze nirgends geschrieben stehen, sind sie nicht justitiabel, und wer sie zertrümmert, erntet zwar Fassungslosigkeit, damals wie heute, aber abgesehen vom Verlust der Ehre hat er nichts zu befürchten. Für Perikles war das ein "No Go". Heute gelten, so scheint es, andere Regeln, nämlich gar keine mehr. Der dieser Tage jenseits von Recht und Anstand um den Verbleib im Amt kämpft, hat vom ersten Tag an ein Tabu nach dem anderen gebrochen, und tat dies bereits, bevor er sein Amt überhaupt angetreten hatte. Endlich in Amt und Würden setzte er diese Strategie systematisch fort, immer hemmungsloser, immer bedrohlicher, bis zum letzten Tag.

Immerhin haben vier Jahre nicht ausgereicht, das in Jahrhunderten gefestigte System zu kaputt zu kriegen. Nicht nur die wichtigsten geschriebenen Gesetze haben standgehalten, sondern vor allem auch ein Teil der ungeschriebenen. Jetzt fragt sich die Welt, ob der Angriff nachhaltig abgewehrt ist oder wir es nur mit einer Atempause zu tun haben. Wir? Na ja, von Europa aus ist nichts daran zu tun, aber die Auswirkungen erfassen alle Weltregionen, und Europa in besonderer Weise.

Wie kapert man einen Staat
Demokratische Strukturen sind global gesehen die Ausnahme – heute und früher, und das ist eigentlich paradox. Denn warum, wenn es doch keine bessere, oder zumindest keine mit weniger Nachteilen behaftete Staatsform gibt, streben nicht alle Staaten begeistert zu ihr hin? Attraktiv muss sie ja irgendwie sein, sonst würden sich nicht so viele Staaten direkt im Namen mit ihr schmücken. Auf deutschem Boden hatten wir das auch schon. Wobei eben gerade dort, wo außen "Demokratie" draufsteht, innen keine drin ist. Warum ist das alles so?

Die Antwort ist leicht zu finden, und aktuell genügt dazu mal wieder die Beobachtung der Tagesschau. Trotzdem lohnt sich ergänzend ein Blick ins Geschichtsbuch auf eine Entwicklung, deren Wiederholung soeben im letzten Moment vermieden wurde - hoffentlich. Sie beginnt bei Matteo Palmieri, einem florentinischen Humanisten des 15. Jahrhunderts. Er beschreibt den Juckepunkt der Demokratie aus einer optimistischen, heute muss man sagen naiven Perspektive:

Jeder gute Bürger, der in einem öffentlichen Amt steht und darin ein wichtiges Glied des Staates verkörpert, soll sich vor allem anderen darüber im Klaren sein, dass er dort nicht als privates Individuum steht, sondern die Gesamtheit der Stadt verkörpert, also die personifizierte Republik darstellt. Er soll sich darüber im Klaren sein, dass ihm die staatliche Würde anvertraut und das öffentliche Wohlergehen seiner Redlichkeit anheimgestellt ist; Er soll sich den göttlichen Beistand wünschen und Gott demütig um Gnade bitten.

In seinem späteren Leben musste Palmieri erkennen, wie gnadenlos optimistisch seine damalige Beschreibung gewesen war. Als er 1475 starb, hatte Lorenzo de’Medici die einst freie Republik Florenz, für die Palmieri als quasi Demokrat brannte, bereits unumkehrbar auf Talfahrt geschickt. Wobei die einzelnen Schritte dorthin kaum bemerkt wurden, so subtil waren sie. Der Zeitpunkt, ab dem die Demontage nicht mehr umkehrbar war, lässt sich daher kaum dingfest machen, weder in der Retrospektive noch von den damaligen Zeitzeugen. Der Trick war denkbar simpel: Die Übergänge von einem Schritt zum nächsten waren jeweils so gering, dass keiner ausgereicht hätte, eine "revolutionäre Situation" auszulösen. Und heute? In aller Zurückhaltung möchte ich sagen: Schaut Euch um, nicht nur jenseits, sondern auch diesseits des Teichs.

Nach Palmieris Tod kam es doch noch zur Revolte. Allerdings nicht von wirklichen Patrioten, sondern von Großbürgern, die Lorenzo die "Erträge" seiner Diktatur neideten und es leid waren, anstelle einer Teilhabe an den Einnahmen mit immer neuen Steuern überzogen zu werden: Wenn schon Staat als Selbstbedienungsladen der Reichen, so ihr Kalkül, dann doch bitte auch für uns und nicht nur für Lorenzo! Die Revolte scheiterte, und die Anführer mussten hängen. Und wie, wie scheiterte sie? Ganz einfach: Lorenzo hatte sich mit der allerärmsten Schicht verbündet. Die hatten zwar wenig von seiner Diktatur profitiert, aber gefühlt waren sie begeistert: Viva Lorenzo, der uns unser Brot gibt! skandierten sie und stellten sich schützend vor seinen Palazzo. Ganz oben im Schulterschluss mit ganz unten – fallen Ihnen Parallelen ein? Sicherlich denken Sie jetzt spontan an die Gracchen um 200 v.Chr.? Na ja, Scherz beiseite – vielleicht gibt es ja auch näherliegende Beispiele.

Geschichte wiederholt sich nicht "eins-zu-eins". Trotzdem wurde damals in Florenz ein Drehbuch inszeniert, das wir heute zumindest in Bruchstücken wieder beobachten können. Soll ich, statt von Bruchstücken zu sprechen, sagen, es sei der erste Akt?

Nichts ist so launisch wie ein Staatsvolk?
Die aktuellen Entwicklungen sollten uns eines vor Augen geführt haben: Aller Konsens, auf dem unsere Demokratien fußen, ist entweder ungeschrieben, das hatten wir gerade, oder festgehalten auf Papier. Auf nichts als Papier. Papier jedoch kann nicht schießen. Und Stiefel, wenn sie erst anfangen, über das Papier zu trampeln, lesen nicht. Der Sturm auf das Kapitol bleibt hoffentlich für lange ein Einzelfall.

Der Bestand der Demokratie hängt davon ab, dass das Staatsvolk sie (noch) haben will und zu ihr steht. Die Warnungen, dass Corona die Demokratie gefährden kann, indem die Pandemie die soziale Schere noch weiter öffnet, sind begründet. Nehmen wir sie ernst genug? Handeln wir entsprechend – individuell und in der Sozialpolitik?

Sozialpolitik ist wichtig, aber hier nicht mein Thema. Auf der individuellen Ebene geht es um Zivilcourage. Sich bei jeder Gelegenheit zu diesem Staat bekennen. Zeigen, dass Demokratie und Freiheit Herzensangelegenheiten sind, oder wieder werden sollen! Demokratie will vorgelebt werden, gerade denen gegenüber, die sich von ihr abwenden. Zwar muss niemand die Meinung eines andern übernehmen. Aber die demokratischen Grundüberzeugungen müssen alle teilen. Das ist die Plattform, auf der wir unsere Gegensätze austragen.

Zwischen Sozialpolitik und persönlichem Engagement stehen die Kirchen. Wie lange schon bestimmt die Forderung nach Trennung von Kirche und Staat die Agenden. Und es stimmt ja auch. Kirchen sollten sich nicht darauf verlassen, den staatlichen Machtapparat vor den Karren eigener Zwecke zu spannen. Angesichts der tatsächlichen Herausforderungen, denen wir begegnen müssen, ist das Thema nebensächlich geworden. Haben wir aber, wenn wir über Kirche und Staat sprechen, auch die Rückseite der Medaille im Blick? Oder ist es sogar die Vorderseite? Ist uns hinreichend bewusst, dass gerade die Kirchen über unzählige Projekte Kontakt zu jenen Teilen des Staatsvolks haben, und ich wähle diesen Ausdruck ganz bewusst, er soll zum Stolpern anregen --- nochmal von vorne: Gerade die Kirchen haben Kontakt zu vielen Menschen, denen die persönliche Notlage den Blick auf die staatspolitischen Fragen verstellt hat. Nicht nur "die da oben" müssen Demokraten bleiben, sondern auch wir, das Staatsvolk.

Post Scriptum: Für die Idee, die Entwicklung der letzten Wochen und Monate in den Kontext unserer 2500-jährigen Geschichte zu stellen, wollte ich mir etwas mehr Zeit nehmen. So traf es sich, dass ich die letzten Ergänzungen und vor allem Kürzungen just an dem Abend vornahm, als der entfesselte Mob in Washington DC das Kapitol stürmen wollte. Ungeachtet dieser Dramatik und der Risiken der letzten 13 Tage werde ich die Kolumne an diesem Punkt enden lassen.

Von Dr. Christian Thieme


Hand in Hand

Wir machen Besorgungen für Menschen die Corona-bedingt das Haus nicht verlassen können

Wir machen Besorgungen für Menschen die Corona bedingt das Haus nicht verlassen können


Schutzkonzept für das Evangelische Gemeindehaus Starnberg

Eingang
Die äußere Eingangstür in das Gemeindehaus wird zu Beginn der Hausöffnung aufgestellt und der Aufzug aufgeschlossen. Erst mit der abendlichen Schließung des Hauses wird die Tür und der Aufzug wieder geschlossen. Die Kirchengemeinde sorgt für die ordnungsgemäße Bereitstellung der freigegebenen Räume zur Tagesnutzung. Alle Nutzerinnen und Nutzer sind verpflichtet, die Räume den allgemeinen Hygienebestimmungen entsprechend zu nutzen.
Alle Personen, die das Haus betreten, tragen auf allen Wegen bis in den genutzten Raum ihre Mund-Nasen-Bedeckung und achten auf den einzuhaltenden Mindestabstand.
Den Mitarbeitenden wird empfohlen, die Mund-Nase-Bedeckung bei Publikumsverkehr auch am Arbeitsplatz zu tragen.
Im Eingangsbereich des Hauses sind Hinweise zur Hygiene und Abstandswahrung und das Schutzkonzept gut sichtbar angebracht.

Toilettenräume
In den Toiletten sind Hinweise zur verbindlichen Handhygiene angebracht. Türklinken, Armaturen und Toilettensitze werden regelmäßig desinfiziert.

Aufzug
Die Benutzung ist nur für jeweils eine Person gestattet. Die zur Benutzung notwendige Tastatur wird vor der täglichen Hausöffnung desinfiziert.

Raumnutzung
Die Nutzung erfolgt unter Einhaltung der angezeigten Hygiene- und Abstandsregeln. Die nutzende Gruppe ist verantwortlich für die Einhaltung der Regeln (Abstand, Mund-Nasen-Bedeckung beim Laufen im Haus, Listen mit Namen und Telefonnummer zur Nachverfolgung etwaiger Infektionsketten). Für feste Gruppen besteht eine Vereinbarung in Form eines Miet-vertrags oder einer anderen geeigneten Nutzungsregelung mit Hinweis auf das aktuelle Schutzkonzept, das auch die Verpflichtung zum datenschutzgemäßen Führen und zweiwöchentlichem Führen von Listen mit Namen und Telefonnummern zur späteren Nachverfolgung etwaiger Infektionsketten umfassen muss.

Veranstaltungen
Für alle Veranstaltungen im Haus gilt das Schutzkonzept. Bei Missachtung der Auflagen des Schutzkonzeptes ist eine Untersagung der Nutzung möglich.

Pfarramt
Besucherinnen und Besucher tragen eine Mund-Nasen-Bedeckung und sind verpflichtet, sich an die Abstandsregeln zu halten. Über die Besucherinnen, Besucher und anwesenden Mitarbeitenden wird eine tagesaktuelle Namensliste geführt.

Starnberg, 1. September 2020


Schutzkonzept für den Gottesdienst in der Friedenskirche

1. Der Gottesdienst findet sonntäglich um 9.30 Uhr als Präsenzgottesdienst satt. Zusätzlich wird ein Video-Gottesdienst erstellt, der zum Sonntag auf der Homepage der Kirchengemeinde abrufbar ist.

2. Vor Gottesdienstbeginn werden die berührbaren Türklinken (Außentür, Sakristeitür innen, Turmstubentür) und die liturgischen verwendeten Oberflächen (Ambo, Altar, Kanzel. Mikrofone) vom Mesnerdienst des Sonntags desinfiziert (Sprühflaschen und Lappen in der Sakristei).

3. Der Mesnerdienst achtet zu jeder Zeit seines Dienstes auf die Wahrung der erforderlichen Abstände und Hygienemaßnahmen und weist bei Bedarf auch während des Gottesdienstes auf diese hin. Er übt darin das Hausrecht aus.

4. Die Haupttüre der Friedenskirche dient als Eingang, sie wird vor dem Gottesdienst zweiflüglig geöffnet, die südliche Seitentüre dient als Ausgang (markierte Schilder). Die Haupttüre wird vom Mesnerdienst zu Gottesdienstbeginn geschlossen, die Sakristeitüre und die Seitentüre bleiben wenn möglich offen. Zur Nachbereitung des Gottesdienstes werden alle Türen aufgestellt (Querlüften).

5. Beim Betreten des Gottesdienstraumes haben die Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit zur Handdesinfektion (mobiles Gerät). Der Mesnerdienst führt eine Namens- und Telefonnummernliste, die anschließend im Pfarramt zwei Wochen lang datenschutzkonform verwahrt wird.

6. Für die Wege in der Kirche wird allgemein das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung empfohlen. Die Wegeregelung ist auch am Boden markiert.

7. Die zur Verfügung stehenden Plätze sind durch Sitzkissen markiert, die Höchstzahl der Besuchenden richtet sich nach den Haushalten, in der die Menschen leben und gemeinsam kommen, sowie nach der Raumgröße. Die Friedenskirche bietet nach den derzeitigen Abstandsregeln Platz für 34 Einzelbesucherinnen und -besucher.

8. Der Gemeindegesang ist möglich. Die Gesangbücher werden werktags in der Sakristei verwahrt und zum Gottesdienst aktuell körperkontaktfrei verteilt. Nach dem Gottesdienst werden die Gesangbücher berührungsfrei 72 Stunden in der Sakristei gelagert.

9. Die Kollekte/n wird/werden in getrennten Körbchen ausschließlich am Ausgang eingesammelt, die eine eindeutige Markierung der Kollekte für die eigene Gemeinde und den landeskirchlichen Kollektenzweck aufweisen.

10. Der Gottesdienst dauert insgesamt nicht länger als 60 Minuten.

11. Taufen und Trauungen finden statt, mit den Tauf- bzw. Traufamilien werden die Hygiene- und Abstandsregeln vorab besprochen und vereinbart. Die Tauf- und Traufamilien führen und verwahren eine Teilnehmendenliste.

12. Das heilige Abendmahl wird in Form der Wandelkommunion gefeiert. Das berührungsfrei vorbereitete Abendmahlsbrot wird mit einer Besteckzange gereicht. Der Kelch mit Wein und ebenso der Kelch mit Saft werden zur Intinktion hingehalten. Austeilende tragen eine Mund-Nasen-Bedeckung. Die Spendeformel wird zu Beginn der Austeilung vom Liturgen gesprochen. Austeilende tragen eine Mund-Nase-Bedeckung und achten auf das Einhalten der Abstände.

13. Tagsüber ist die Haupttüre der Friedenskirche grundsätzlich von 9 bis gegen 19 Uhr geöffnet und der Altar mit einer brennenden Kerze und dem aufgeschlagenen Sonntagsevangelium geschmückt.

Starnberg, 1. September 2020


Kontakte schnell zur Hand:
Seelsorgetelefon
außerhalb der Bürozeiten
und am Wochenende:
0171 - 49 49 394
Pfarramt
Starnberg / Söcking
Kaiser-Wilhelm-Straße 18
82319 Starnberg
Tel.: 08151 12319
Fax: 08151 78538
Web: www.evangelisch-starnberg.de
E-Mail: pfarramt.starnberg@elkb.de

Spendenkonto Kirchengemeinde:
IBAN: DE20 7025 0150 0430 0763 49
BIC: BYLADEM1KMS

Bürozeiten:
Mo., Di., Do., Fr.: 10:00 bis 12:00 Uhr
Mittwoch: geschlossen

Pfarramt Sekretariat
Starnberg / Söcking
Barbara Geiger
Barbara Geiger
E-Mail: barbara.geiger@elkb.de

Karin Mack
Karin Mack
E-Mail: karin.mack@elkb.de

Pfarrstelle
Starnberg
Dr. Stefan Koch
Dr. Stefan Koch
Pfarrer & Pfarramtsleitung

Kaiser-Wilhelm-Straße 18
82319 Starnberg

Mobil: 0173 2646401
Fax: 08151 78538


E-Mail: stefan.koch@elkb.de
Samstag i.d.R. freier Tag

Pfarrstelle
Söcking
Dr. Anne Stempel-de Fallois
Dr. Anne Stempel-de Fallois
Pfarrerin

Carolinenstraße 2
82319 Starnberg
Tel.: 08151 79221
Mobil: 0160 4033207
Büro: Riedeselstraße 6
Rummelsberger Stift Söcking

E-Mail: anne.stempel-defallois@elkb.de

Dritte
Pfarrstelle
Johannes de Fallois
Johannes de Fallois
Pfarrer

Kaiser-Wilhelm-Straße 18
82319 Starnberg

Mobil: 0151 61726424



E-Mail: johannes.defallois@elkb.de

Evang. Kindergarten
Starnberg
Sabine Seemann, Evang. Kindergarten Starnberg
Sabine Seemann
Leitung

Kaiser-Wilhelm-Straße 18
82319 Starnberg

Tel.: 08151 918194
E-Mail: kiga.starnberg@elkb.de
Web: kiga.evangelisch-starnberg.de

Spendenkonto, Stichwort "Kindergarten"
IBAN: DE20 7025 0150 0430 0763 49
BIC: BYLADEM1KMS

Kirchenmusik
Starnberg
Kantor Ralf Wagner
Ralf Wagner
Kantor und Organist

Kirchenchor, Kinderchor,
Gospelchor,
www.gospelchor-starnberg.de
Flötenkreis, Bläserkreis

Mobil: 0151 19098834
Tel.: 08869 9139290
Fax: 08869 9139290
E-Mail: ralf.wagner@elkb.de

Evang. Diakonieverein
Starnberg e.V.
Rainer Schuchmann, Starnberg
Hans-Rainer Schuchmann
Vorsitz

Kaiser-Wilhelm-Straße 18
82319 Starnberg

Tel.: 08151 78771
E-Mail: info@dv-starnberg.de
Web: www.dv-starnberg.de

(Das # markiert weitere Einrichtungen der Diakonie Starnberg)

# Betreutes Einzelwohnen
für psychisch kranke Menschen (BEW)
Gautinger Str. 62
82234 Wessling

Telefon: 08153 952946
Fax: 08153 952944

E-Mail: kontakt@bew-starnberg.de
Web: www.bew-starnberg.de

# Gerontopsychiatrische
Fachberatung
Hilfe für
psychisch belastete
ältere Menschen.

Tel.: 08151 78771
E-Mail: geronto@spdi-starnberg.de

# Sozialpsychiatrischer Dienst
SpDi
Rat und Hilfe für seelisch kranke Menschen und deren Angehörigen

Tel.: 08151 78771
Fax: 08151 79 807
E-Mail: info@spdi-starnberg.de
Web: www.spdi-starnberg.de

Sprechzeiten:
Mo. - Fr. 9:00 - 12:00 Uhr
Mo. + Di. 14:00 - 17:00 Uhr
Do. 14:00 - 18:00 Uhr
Abendsprechstunden n. V.

# Starnberger Tafel e.V.
Web: www.starnbergertafel.de
facebook: Starnbergertafel
E-Mail: info@starnbergertafel.de

Ansprechpartnerinnen:
Erika Ardelt
Mobil: 0179 2929921
und
Tanja Unbehaun
Mobil: 0173 3524116

Lebensmittelausgabe:
Donnerstags, von 11:00 bis 15:00 Uhr

# Eine-Welt-Laden Starnberg
Verein für Partnerschaft mit der dritten Welt Starnberg e.V.
Kaiser-Wilhelm-Straße 18
82319 Starnberg

Mo. - Sa.: 10:00 Uhr - 12:30Uhr
Mo. - Fr.: 15:00 Uhr - 17:00 Uhr

Tel.: 08151 9503528
Mobil: 0176 61520679

E-Mail: info@weltladen-starnberg.de
Web: www.weltladen-starnberg.de

Ökumenisches Frauenfrühstück Söcking
Ihre Ansprechpartnerin ist
Frau Renate Reitzig
Tel.: 08151 16722

Seestern e.V.
Ökumenische Nachbarschaftshilfe
und
Ambulante Krankenpflege Starnberg

Tel.: 08151 959611

Flohbasar des Frauenkreises
Ansprechpartnerin ist:
Gisela Rose, Tel.: 08151 12319
Die Termine finden Sie im Gemeindebrief, der Tagespresse und hier auf unserer Homepage unter "Termine".

Förderkreis
Evang. Kirchengemeinde Starnberg e.V.
Kaiser-Wilhelm-Straße 18
82319 Starnberg
Tel.: 08151 6938

E-Mail: foerderkreis@evgsta.de

Spendenkonto: VR-Bank Starnberg
IBAN: DE19 7009 3200 0002 9000 09
BIC: GENODEF1STH

Pfadfindergruppen Carolinenhaus Söcking
Sippe Rotfüchse, 2. - 4. Klasse
Di., 16:00 bis 17:30 Uhr
Sippenleiterin Carina Mayr
Sippenleiter Andreas Zeiser
Tel.: 08151 89370

Sippe Wölfe, 5. - 6. Klasse
Fr., 15:15 bis 16:45 Uhr
Sippenleiter Andreas Zeiser
Tel.: 08151 89370

Sippe Wanderfalken, 7. - 8. Klasse
Fr., 16:45 bis 18:15 Uhr
Sippenleiter Christian Nagel
Mobil: 0152 33868476

Evangelischer Frauenkreis Starnberg
Ansprechpartner sind :
Ingrid Schönig
Tel.: 08151 6774

Ulrike Stockmar
Tel.: 08151 746271

Dora Wagner
Tel.: 08151 89325

Margret Geske
Tel.: 08151 13528

 

 

 

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