Logo und Losung für das Jahr 2021 der Evangl. Kirche Starnberg

Tageslosung vom 18.01.2021
HERR, du machst alles lebendig, und das himmlische Heer betet dich an.
Von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit!

Dr. Christian Thiemes Zettelkasten

Philosophie für heute

Vorankündigung:

Die Zettel sammeln sich, die Zettel werden geordnet – heraus kommen interessante und auf ihre Weise aktuelle Kolumnen von Dr. Christian Thieme. Zugleich lohnt die Lektüre auch im Rückblich. Schon erschienen und hier zu lesen sind:

- Das dünne Eis der Demokratie (7.1.2021)
- Glück und Erfolg im Neuen Jahr! (1.1.2021)
- Advent zu Hause (3.12.2020)
- Vorurteile (26.11.2020)

Und neue Texte sind in Arbeit: „Mein Mozart“ und „(Un)Endlichkeit“

Ich wünsche Ihnen eine angeregte Lektüre
Ihr
Pfarrer Dr. Stefan Koch


Christian Thieme füllt den evangelischen Zettelkasten:

Auf unserer Internetseite erscheint mit Beiträgen von Dr. Christian Thieme nun auch eine philosophische Kolumne.

Der geborene Niederpöckinger, studierter Mathematiker und Informatiker samt epidemiologischer Promotion war lange als Geschäftsführer einer Körperschaft im Gesundheitswesen tätig, Thieme kann aber auch den Abschluss in alten Sprachen und ein Studium der Philosophie vorweisen. Besonders aus letzteren Quellen schöpft der Humanist Jahrgang 1952 für „Thiemes Zettelkasten“, den er auf unserer Homepage immer weiter füllen wird. Zu den ersten beiden erschienen Beiträge zu den Themen „Vorurteile“ und „Advent zuhause“, über die nun nicht mehr mögliche Weihnachtsflucht ins italienische Bergdorf, werden sich bald weitere gesellen. Für den Januar 2021 z.B. ist ein Beitrag über „Glück“ geplant.

„Christian Thieme hat die seltene Gabe, präzise, lesenswert und zugleich unterhaltsam zu schreiben“, so bestätigt Pfarrer Dr. Stefan Koch. Er ist froh, „einen so klugen Kenner des Lebens“ als Autor der Kirchengemeinde gefunden zu haben.


Thiemes Zettel vom 07.01.2021

Dr. Christian Thieme

dünnes EisPerikles von Athen und das dünne Eis der Demokratie

Wir befinden uns im Jahr 430 v.Chr., und Perikles, der Chef der Athener, hält die Gedenkrede für die Gefallenen des letzten Jahres – eigentlich eine Routineübung. Doch Perikles wollte mehr als nur Routine: Statt das Blutopfer der gefallenen Athener mit weiter nichts als mit tagespolitischen Interessen zu rechtfertigen, stellte er, bevor er die herkömmlichen Erwartungen bediente, die Grundwerte heraus, die Athen vor allen anderen Staaten auszeichneten. Dass sein Text (in der von Thukydides überlieferten Fassung) bis heute als Magna Charta der Demokratie gefeiert werden würde, konnte er freilich nicht ahnen. Und dass er sich nach 2500 Jahren wie ein spitzer Pfahl ins Fleisch einer scheindemokratischen Selbstgefälligkeit bohren würde, noch weniger. Mit dem folgenden Ausschnitt habe ich, ich gebe es zu, etwas auf die Tagespolitik geschielt:

Von dem Geiste aber, der uns dahin gebracht, von Staatseinrichtungen und Grundsätzen, denen wir unsere Größe verdanken, davon will ich zuerst reden (…). Wir genießen eine Verfassung, welche die Gesetzgebung anderer Staaten nicht nachahmt; im Gegenteil sind wir eher anderen ein Beispiel, als dass wir sie nachahmten. Und mit Recht wird sie, da die Gewalt nicht bei wenigen sondern bei der Gesamtheit ruht, Volksherrschaft genannt. Jedem gebührt nach den Gesetzen gleiches Recht mit den anderen in allen seinen Angelegenheiten (…)

In dem Abschnitt, den ich hier überspringe, führt Perikles aus, was Chancengleichheit und Freiheit von Diskriminierung bedeuten, um dann fortzufahren:

Während wir dergestalt unbeschwert von Mensch zu Mensch verkehren, widerstreben uns im öffentlichen Leben zumeist aus sittlicher Ehrfurcht Unbotmäßigkeiten gegen die ständige Obrigkeit und die Gesetze, vorzugsweise gegen die, welche zum Schutz der Schwächeren und Notleidenden bestehen und, wenn auch ungeschrieben, doch nach allgemeiner Denkart den Übeltäter brandmarken.

Anmerkung: Antikes Denken lässt sich manchmal nicht ohne weiteres in moderne Sprache fassen. Für den griechischen Terminus "Demokratie" hat der Übersetzer im Deutschen aus gutem Grund das neutralere Wort "Volksherrschaft" gewählt. Auch bei anderen abstrakten Begriffen ist Fingerspitzengefühl nötig, um für die antiken Konzepte moderne Begriffe zu finden, die den Punkt treffen, ohne sich von unangemessenem Wunschdenken leiten zu lassen. Man braucht nur verschiedene Übersetzungen zu vergleichen, um eine Vorstellung vom Problem zu bekommen, wobei ich bei "Geist" und "Grundsätze" mit der Wahl des Übersetzers ganz einverstanden bin.

Ob Perikles als Person für die Werte stand, die er in seiner berühmten Rede predigte, ist unter Historikern umstritten. Denken wir uns für heute, dass er vielleicht der erste Demokrat in der ersten Demokratie war, wenn auch mit allen notwendigen Einschränkungen. Das tut unserer geschundenen Demokraten-Seele gut. Gerade heute, wo sie unter dem Eindruck steht, um nicht zu sagen gezeichnet ist von jenen vier schicksalhaften Jahren, die dieser Tage mit Donner und Getöse zu Ende gehen – oder auch nicht? Vor dieser Erfahrung habe ich die Rede anders gelesen und mich auf den Teil konzentriert, den ich jetzt übersprungen habe. Ich meine den Teil, wo Perikles die Vorzüge von Gleichheit und Rechtsstaatlichkeit preist. So aber muss ich den Blick zuerst auf einen scheinbar zweitrangigen Aspekt der Rede richten, dessen heutige Bedeutung vor vier Jahren kaum einer auf dem Schirm hatte: Die ungeschriebenen Gesetze. Solange sie unangefochten galten, bemerkte man sie kaum. Perikles aber hat ihren Wert schon vor 2500 Jahren gesehen: Ein funktionierender demokratischer Staat entsteht erst dann, sagt er, wenn wir neben dem Wortlaut auch den Sinn der Gesetze im Blick behalten und akzeptieren, dass sich nicht jedes kleinste Detail in Paragraphen fassen lässt.

Nichts ist so zerbrechlich wie Demokratie
Wer folglich den eigenen Staat zerlegen will und frei von Schamgefühl ist, wird genau hier ansetzen und gezielt auf die ungeschriebenen Gesetze losgehen. Denn da ungeschriebene Gesetze nirgends geschrieben stehen, sind sie nicht justitiabel, und wer sie zertrümmert, erntet zwar Fassungslosigkeit, damals wie heute, aber abgesehen vom Verlust der Ehre hat er nichts zu befürchten. Für Perikles war das ein "No Go". Heute gelten, so scheint es, andere Regeln, nämlich gar keine mehr. Der dieser Tage jenseits von Recht und Anstand um den Verbleib im Amt kämpft, hat vom ersten Tag an ein Tabu nach dem anderen gebrochen, und tat dies bereits, bevor er sein Amt überhaupt angetreten hatte. Endlich in Amt und Würden setzte er diese Strategie systematisch fort, immer hemmungsloser, immer bedrohlicher, bis zum letzten Tag.

Immerhin haben vier Jahre nicht ausgereicht, das in Jahrhunderten gefestigte System zu kaputt zu kriegen. Nicht nur die wichtigsten geschriebenen Gesetze haben standgehalten, sondern vor allem auch ein Teil der ungeschriebenen. Jetzt fragt sich die Welt, ob der Angriff nachhaltig abgewehrt ist oder wir es nur mit einer Atempause zu tun haben. Wir? Na ja, von Europa aus ist nichts daran zu tun, aber die Auswirkungen erfassen alle Weltregionen, und Europa in besonderer Weise.

Wie kapert man einen Staat
Demokratische Strukturen sind global gesehen die Ausnahme – heute und früher, und das ist eigentlich paradox. Denn warum, wenn es doch keine bessere, oder zumindest keine mit weniger Nachteilen behaftete Staatsform gibt, streben nicht alle Staaten begeistert zu ihr hin? Attraktiv muss sie ja irgendwie sein, sonst würden sich nicht so viele Staaten direkt im Namen mit ihr schmücken. Auf deutschem Boden hatten wir das auch schon. Wobei eben gerade dort, wo außen "Demokratie" draufsteht, innen keine drin ist. Warum ist das alles so?

Die Antwort ist leicht zu finden, und aktuell genügt dazu mal wieder die Beobachtung der Tagesschau. Trotzdem lohnt sich ergänzend ein Blick ins Geschichtsbuch auf eine Entwicklung, deren Wiederholung soeben im letzten Moment vermieden wurde - hoffentlich. Sie beginnt bei Matteo Palmieri, einem florentinischen Humanisten des 15. Jahrhunderts. Er beschreibt den Juckepunkt der Demokratie aus einer optimistischen, heute muss man sagen naiven Perspektive:

Jeder gute Bürger, der in einem öffentlichen Amt steht und darin ein wichtiges Glied des Staates verkörpert, soll sich vor allem anderen darüber im Klaren sein, dass er dort nicht als privates Individuum steht, sondern die Gesamtheit der Stadt verkörpert, also die personifizierte Republik darstellt. Er soll sich darüber im Klaren sein, dass ihm die staatliche Würde anvertraut und das öffentliche Wohlergehen seiner Redlichkeit anheimgestellt ist; Er soll sich den göttlichen Beistand wünschen und Gott demütig um Gnade bitten.

In seinem späteren Leben musste Palmieri erkennen, wie gnadenlos optimistisch seine damalige Beschreibung gewesen war. Als er 1475 starb, hatte Lorenzo de’Medici die einst freie Republik Florenz, für die Palmieri als quasi Demokrat brannte, bereits unumkehrbar auf Talfahrt geschickt. Wobei die einzelnen Schritte dorthin kaum bemerkt wurden, so subtil waren sie. Der Zeitpunkt, ab dem die Demontage nicht mehr umkehrbar war, lässt sich daher kaum dingfest machen, weder in der Retrospektive noch von den damaligen Zeitzeugen. Der Trick war denkbar simpel: Die Übergänge von einem Schritt zum nächsten waren jeweils so gering, dass keiner ausgereicht hätte, eine "revolutionäre Situation" auszulösen. Und heute? In aller Zurückhaltung möchte ich sagen: Schaut Euch um, nicht nur jenseits, sondern auch diesseits des Teichs.

Nach Palmieris Tod kam es doch noch zur Revolte. Allerdings nicht von wirklichen Patrioten, sondern von Großbürgern, die Lorenzo die "Erträge" seiner Diktatur neideten und es leid waren, anstelle einer Teilhabe an den Einnahmen mit immer neuen Steuern überzogen zu werden: Wenn schon Staat als Selbstbedienungsladen der Reichen, so ihr Kalkül, dann doch bitte auch für uns und nicht nur für Lorenzo! Die Revolte scheiterte, und die Anführer mussten hängen. Und wie, wie scheiterte sie? Ganz einfach: Lorenzo hatte sich mit der allerärmsten Schicht verbündet. Die hatten zwar wenig von seiner Diktatur profitiert, aber gefühlt waren sie begeistert: Viva Lorenzo, der uns unser Brot gibt! skandierten sie und stellten sich schützend vor seinen Palazzo. Ganz oben im Schulterschluss mit ganz unten – fallen Ihnen Parallelen ein? Sicherlich denken Sie jetzt spontan an die Gracchen um 200 v.Chr.? Na ja, Scherz beiseite – vielleicht gibt es ja auch näherliegende Beispiele.

Geschichte wiederholt sich nicht "eins-zu-eins". Trotzdem wurde damals in Florenz ein Drehbuch inszeniert, das wir heute zumindest in Bruchstücken wieder beobachten können. Soll ich, statt von Bruchstücken zu sprechen, sagen, es sei der erste Akt?

Nichts ist so launisch wie ein Staatsvolk?
Die aktuellen Entwicklungen sollten uns eines vor Augen geführt haben: Aller Konsens, auf dem unsere Demokratien fußen, ist entweder ungeschrieben, das hatten wir gerade, oder festgehalten auf Papier. Auf nichts als Papier. Papier jedoch kann nicht schießen. Und Stiefel, wenn sie erst anfangen, über das Papier zu trampeln, lesen nicht. Der Sturm auf das Kapitol bleibt hoffentlich für lange ein Einzelfall.

Der Bestand der Demokratie hängt davon ab, dass das Staatsvolk sie (noch) haben will und zu ihr steht. Die Warnungen, dass Corona die Demokratie gefährden kann, indem die Pandemie die soziale Schere noch weiter öffnet, sind begründet. Nehmen wir sie ernst genug? Handeln wir entsprechend – individuell und in der Sozialpolitik?

Sozialpolitik ist wichtig, aber hier nicht mein Thema. Auf der individuellen Ebene geht es um Zivilcourage. Sich bei jeder Gelegenheit zu diesem Staat bekennen. Zeigen, dass Demokratie und Freiheit Herzensangelegenheiten sind, oder wieder werden sollen! Demokratie will vorgelebt werden, gerade denen gegenüber, die sich von ihr abwenden. Zwar muss niemand die Meinung eines andern übernehmen. Aber die demokratischen Grundüberzeugungen müssen alle teilen. Das ist die Plattform, auf der wir unsere Gegensätze austragen.

Zwischen Sozialpolitik und persönlichem Engagement stehen die Kirchen. Wie lange schon bestimmt die Forderung nach Trennung von Kirche und Staat die Agenden. Und es stimmt ja auch. Kirchen sollten sich nicht darauf verlassen, den staatlichen Machtapparat vor den Karren eigener Zwecke zu spannen. Angesichts der tatsächlichen Herausforderungen, denen wir begegnen müssen, ist das Thema nebensächlich geworden. Haben wir aber, wenn wir über Kirche und Staat sprechen, auch die Rückseite der Medaille im Blick? Oder ist es sogar die Vorderseite? Ist uns hinreichend bewusst, dass gerade die Kirchen über unzählige Projekte Kontakt zu jenen Teilen des Staatsvolks haben, und ich wähle diesen Ausdruck ganz bewusst, er soll zum Stolpern anregen --- nochmal von vorne: Gerade die Kirchen haben Kontakt zu vielen Menschen, denen die persönliche Notlage den Blick auf die staatspolitischen Fragen verstellt hat. Nicht nur "die da oben" müssen Demokraten bleiben, sondern auch wir, das Staatsvolk.

Post Scriptum: Für die Idee, die Entwicklung der letzten Wochen und Monate in den Kontext unserer 2500-jährigen Geschichte zu stellen, wollte ich mir etwas mehr Zeit nehmen. So traf es sich, dass ich die letzten Ergänzungen und vor allem Kürzungen just an dem Abend vornahm, als der entfesselte Mob in Washington DC das Kapitol stürmen wollte. Ungeachtet dieser Dramatik und der Risiken der letzten 13 Tage werde ich die Kolumne an diesem Punkt enden lassen.

Von Dr. Christian Thieme


Thiemes Zettel vom 01.01.2021

Dr. Christian Thieme

Glück und Erfolg im Neuen Jahr!

Nachdem Solon, der Weise, seinen Athenern um 600 v. Chr. jene Gesetze, von denen wir bis heute zehren, verordnet und ihnen den heiligen Eidschwur abgenommen hatte, sie zehn Jahre lang nicht anzutasten, ging er für eben diese zehn Jahre ---- auf Dienstreise. Auf seiner langen Reise führte ihn der Weg auch zu Kroisos, dem wahrscheinlich reichsten Herrscher der damaligen Welt. Der Name Krösus ist ja bis heute der Inbegriff von maßlosem, vielleicht auch sinnlosem Reichtum. Was am Hof jenes Kroisos geschah, erzählt uns Herodot, der Geschichtsschreiber. Nach einigen Tagen nämlich, man hatte ja Zeit und war nicht aufdringlich, nahm der reiche Potentat den weisen Staatsmann mit in seine Schatzkammer, um ihm das Beste zu zeigen, was er angehäuft hatte: Seine weltweit einzigartige Sammlung von Modelleisenbahnen.

ModelleisenbahnenIn echt ging es natürlich nicht um Modelleisenbahnen. Kroisos hat sich für das interessiert, woran alle ordentlichen Potentaten bis heute hängen, wofür sie brennen: Reichtum und Macht. Und Reichtum konnte man damals noch besichtigen, weil er nicht wie heute aus Nummern in den Briefkästen irgendwelcher Steueroasen bestand. Also Schatzkammer.

Als nun Solon alle Schätze bewundert hatte, höflich und pflichtschuldigst, fragte Kroisos ihn, wen er, Solon, denn nun für den glücklichsten Menschen auf Erden halte. Da nannte ihm Solon seinen Favoriten und begründete seine Wahl. Natürlich fiel die Wahl nicht auf Kroisos. Bei Platz zwei das gleiche Spiel, und durch Nachfragen fing der Herrscher allmählich an zu begreifen. Eigentlich begriffen hat er aber nicht Solons Botschaft, sondern lediglich die Größe der Provokation – überrissen hat er sie, könnte man eher sagen. Die Konsequenz war klar: Nach dem dritten und letzten Versuch wurde Solon vom Hof gejagt.

Zwei Gründe hatte Solon ihm genannt. Der erste war etwas spitzfindig, nämlich dass man erst am Ende eines Lebens beurteilen könne, ob der betreffende Mensch glücklich war. Würde ich das teilen? Angesichts der Vergänglichkeit und der damals wie heute und immer drohenden Katastrophen darf sich Glück, so meine ich, im Jetzt bewegen, unbeschwert von allem, was kommen könnte, solange es sich mit Ethik und Verantwortung verbindet, nicht mit Leichtfertigkeit. Dies würde ich Solon zu seinem ersten Punkt zu bedenken geben.

Mit dem zweiten Grund immerhin hat er zu hundert Prozent Recht, und dafür hatte ich die Modelleisenbahn als Merkposten gesetzt. Denn wer auf der Welt wollte sich denn ernsthaft die Freiheit herausnehmen, für einen anderen Menschen zu bestimmen, was diesen glücklich macht, ihn also buchstäblich zu seinem Glück zwingen? Hat Kroisos das getan? Nein, aber er hat stillschweigend unterstellt, dass seine persönliche Vorstellung von Glück, nämlich Reichtum, auch die von allen anderen Menschen sein müsse. Denn ohne eine einheitliche Skala, mit der man das Glück aller Menschen messen könnte, wäre seine Frage, wer der glücklichste Mensch sei, sinnlos. Die Provokation bestand darin, dass Solon überhaupt einen Gegenentwurf hatte. Weil das bedeutet: Reichtum ist nicht die einzig mögliche Skala.

Von diesem Ende her aufgerollt sieht die Geschichte, wie ich sie bisher erzählt habe, schlüssig aus. "Wo ist denn das Problem", könnte man denken, "es ist doch klar, dass unterschiedliche Menschen auch unterschiedliche Vorstellungen haben, was für sie Glück bedeutet!"

Wann ist der Mensch glücklich?

Das ist aber nur die eine Seite. Gleichzeitig bemühte sich die Philosophie damals und immer danach um Modelle für "das Glück des Menschen". Als ich vor langer Zeit von ganz weit außen anfing, mich für Philosophie zu interessieren, war Ludwig Marcuse mein erster schriftlicher Lehrmeister. Von ihm fand ich u.a. das Buch "Philosophie des Glücks" und besorgte es mir, in der festen Erwartung, dass dort umfassend erklärt würde, wie das denn nun alles so sei mit dem Glück. Was ich bekam, war eine Sammlung von Geschichten und ein einführender Text dazu. Obwohl ich befremdet war, habe ich es gelesen. Die Quintessenz, an die sich die Leser*in durch die Lektüre der unterschiedlichen Geschichten langsam heranarbeiten musste, war denkbar simpel: Jeder Mensch verfolgt sein individuelles Glückskonzept. Warum also ein ganzes Buch für etwas, das sich in einem Satz aus 6 Wörtern sagen lässt?

Mich begeistert immer wieder neu die Stärke, mit der Ludwig II seine sehr individuelle Vorstellung von Glück verfolgt hat. In keiner Weise begeistert mich der Weg, wie er seine Mittel dazu aufgebracht hat, denn bezahlen dafür musste sein Staatsvolk. Aus diesem Grund möglicherweise musste er ja auch sterben. Nein, mich begeistert nicht die Art und Weise, wie der König sich die Grundlage seiner Freiheit verschafft hat, sondern das Selbstbewusstsein, mit der er sie nutzte. Vielleicht ist es für einen König leichter, selbstbewusst zu sein, als für unsereinen. Mag sein. Vielleicht ist es auch nicht gut, die Aufbringung der Mittel so weit von deren Nutzung abzukoppeln, dass ich ersteres missbillige und letzteres mir zum Vorbild nehme. Trotzdem irgendwie… Ein erwachsener König wünscht sich ein "Tischlein, deck dich!", einen Tisch, der wie im Märchen plötzlich gedeckt vor ihm steht. Und er bekommt es. Unfassbar, und irgendwie unfassbar schön. Hätte es schon Modelleisenbahnen gegeben – Ludwig hätte, anders als Kroisos, seine Freude daran gehabt.

An dieser Stelle meldet sich der kleine Unterdrücker, der in jedem von uns steckt. Wie kann ein ernsthafter König nur!? Dabei ist doch klar: Weder Ludwig II noch einer der Oligarchen, deren Yachten weltweit die attraktivsten Häfen fluten, ist gezwungen, den ganzen Tag ernsthafter Arbeit nachzugehen. Und wenn er sein Glück dann in Golf und Yachten sucht (und findet????), dann finden wir das irgendwie normal. Würde er alle seine Tage in einem Museum für Teddybären verbringen, na? – wäre doch seltsam, oder?

Unsereins hat weniger Mittel, aber nicht weniger Freiheit (und verbunden mit ihr nicht weniger Verantwortung!), natürlich auf der – im Vergleich zum König bescheidenen – Ebene, auf der jede*r von uns lebt, träumt und handelt. Und damit bin ich wieder bei Ludwig Marcuse und seiner "Philosophie des Glücks". Die extreme Spannweite seiner Geschichten demonstriert tausendmal plastischer als der vorherige Satz aus 6 Wörtern ("Jeder Mensch verfolgt sein individuelles Glückskonzept"), worauf es ankommt. Deshalb füttert Marcuse nicht den analytischen Verstand, der die sechs Wörter tatenlos zur Kenntnis nehmen und weiter vor sich hin analysieren würde, sondern er appelliert an uns: Trau dich, tu was, scher dich zwar um deine Lieben und um alle, für die du Verantwortung übernommen hast, aber scher dich nicht um das Gerede der anderen. Dein Glück gehört dir!

Mein eigenes Glück finden!

Im Alltag hören und reden wir häufiger vom Erfolg als vom Glück. Klar, in Finnland (oder war es Dänemark?), leben die glücklichsten Menschen. Das Internet ist überhaupt voll von "glücklichsten" Menschen und Völkern, und glücklich ist der der Gewinner im Lotto. Klar lebe ich in der Südsee glücklicher als in einem Kohlebergwerk, überspitzt gesagt. Mit diesem Kontrastpaar verletze ich garantiert niemanden und Sie verstehen, was ich meine. Solche Faktoren können in jeder Glücksstudie zweifelsfrei abgefragt werden. Aber nicht alle Kriterien sind so unzweifelhaft. Nicht hinter jedem würden sich alle Menschen zustimmend versammeln. Deshalb immer im Auge behalten: Jedes statistische Glück ist ein Stück weit ein normiertes, ein an durchschnittlichen Empfindungen gemessenes, und damit ein "repressives" Glück, nämlich Glück, das sich nicht nach meiner eigenen Skala richtet, sondern zu dem die Statistik mich verführen will. Mein eigenes Glück finde und suche ich selbst!

"Finde und suche?" Findet man nicht vielmehr das, was man vorher gesucht hat und nicht umgekehrt? Natürlich ist das so. Aber das erste Finden ereignet sich im Kopf. Das ist hier gemeint und dazu will Ludwig Marcuse ermutigen. Im Kopf das Ziel finden, nach dem ich anschließend im Leben suche – und das sich dort dann hoffentlich erfüllt.

Wir hätten das ganze Thema ebenso gut mit dem Kriterium "Erfolg" besprechen können, denn die Fragen sind fast deckungsgleich. Aber zum Erfolg gibt es weniger gute Geschichten, und die, die es gibt, gehören meistens in die Rubrik Business. Für große Unternehmerpersönlichkeiten bedeutet der Erfolg des eigenen Unternehmens vielleicht tatsächlich die Erfüllung ihres Lebenstraums. Aber gilt das auch für jedes schlaflose Mitglied des mittleren oder oberen Managements, das vom Umfeld für seinen "Erfolg" bewundert und vielleicht beneidet wird? Und von dieser Bewunderung immer weiter vorangetrieben wird? Verfolgt jeder dieser Manager wirklich noch SEIN Ziel?

Lassen Sie sich nicht irre machen. Wenn maximales berufliches Fortkommen für Sie Erfolg bedeutet, weil es das Ziel ist, nach dem Sie streben, und damit Glück, wenn sie es erreichen, dann sage ich: GO FOR IT! Hold on, bleiben Sie dran! Freuen Sie sich über das Erreichte, oder besser: an dem Erreichten. Der nächste erfolgreiche Schritt bedeutet für Sie ja dann nicht eine weitere Kerbe im Colt, sondern dient der Gestaltung ihres Lebens.

Und wenn das Ziel, nach dem Sie streben, und damit ihr Glück, wenn sie es erreichen, ein ganz anderes ist, was vielleicht außer Ihnen kein einziger Mensch auf der ganzen Welt verstehen kann, denn sage ich: GO FOR IT! Hold on, bleiben Sie dran! Freuen Sie sich über das Erreichte, oder besser: an dem Erreichten. Auch wenn niemand versteht, wie glücklich Sie sind. Was schert es Sie!

Mit so viel Vorrede ist mein Wunsch für Sie ganz einfach: Glück und Erfolg in 2021!

Von Dr. Christian Thieme


Thiemes Zettel vom 03.12.2020

Dr. Christian Thieme

Advent zu Hause

Wenn du verreisen willst, sagt der römische Philosoph Seneca, egal wohin, egal wie weit, sogar über das weite Meer, dann bedenke: Es gibt eine Sache, von der du niemals loskommst. Du hast dich nämlich immer selbst dabei. Über das weite Meer! Die Maßstäbe haben sich seit Seneca verändert, aber die Sache selbst ist geblieben. Wer weg will, um etwas hinter sich zu lassen, sei es Weihnachten oder gleich sein ganzes "ich", wird vermutlich keinen großen Erfolg haben. Jedenfalls keinen nachhaltigen. Das nächste Weihnachten kommt bald, und Sorgen und Probleme lassen sich in der Regel nicht so leicht abschütteln. Spätestens auf dem Rückflug sind sie alle wieder da. Aber vielleicht ist ja eine kurze Atempause manchmal auch schon etwas.

Weihnachten in SüditalienBei "meinem" ligurischen Dorf ist das anders. Dort will ich hin, um dort zu sein. Nicht um weg zu sein oder vor etwas zu fliehen. Normalerweise wären wir gerade jetzt, Anfang Dezember, für eine kurze Zeit dort. Zu schön sind die weihnachtlich dekorierten Palmen, jeder Wedel ein Fächer aus hundert Lichtern, hoch oben am Stamm. Und die Raubkatze, geformt aus noch mehr Lichtern, wie sie am Baum hochspringt, ohne je die Beute zu erreichen, die sich vielleicht oben in den Wedeln versteckt hält. Über Geschmack kann man streiten, aber in diesem Fall bin ich gar nicht zum Streiten aufgelegt – ich finde es einfach schön. Wobei die Palmen an der Küste, um der Wahrheit die Ehre zu geben, seit etlichen Jahren schon dunkel bleiben. Keine weihnachtlichen Lichter mehr, keine Raubkatze, und auch der Santa Claus, geformt aus noch mehr Lichtern, der mit seinen Rentieren jedes Jahr auf der Verkehrsinsel Rast hielt, umgeben von einem stetigen Strom zwei-, drei- und vierrädriger Stinker, muss sich wohl ein anderes Plätzchen suchen, wo er sich vom Flug erholen kann, bevor er anfängt, die Konsumgüter auszuliefern. Das Geld ist alle in Italien, egal, aus welcher Kasse die tausend Lichter einst gespeist wurden. Leer sind sie alle. Was bisher blieb, war die von Jahr zu Jahr schwindende Hoffnung, dass Santa Claus samt Raubkatze und strahlenden Palmen eines Tages plötzlich zurück sein könnte. Nun also statt der schwindenden Hoffnung die Pandemie.

Aber ernsthaft. Santa Claus aus Lichtern ist natürlich kein hinreichender Grund, an die Ligurische Küste zu wollen. Das kleine Dorf ein Stück oberhalb aber schon, und das ganzjährig. Ich tue dort Dinge, die ich daheim auch mache, aber anders. Schreiben zum Beispiel. Geschichten schreiben über Dinge, die ich dort beobachte. Und über Menschen. Genauer: Darüber, was das alles mit mir macht. Was es zum Beispiel macht, wenn ich plötzlich nicht der bin, der Integration gewährt (oder ablehnt?), sondern einer, der sie sucht, und sei es auch nur auf Probe, ohne die letztverbindliche Notwendigkeit. Eine dieser Geschichten erzähle ich hier. Sie spricht eigentlich für sich, aber trotzdem werde ich danach noch ein paar Sätze anhängen.

Messe im Bergdorf

Es spielt keine Rolle, wie schlecht ihr Zustand ist. Einmal im Jahr wird in der Kapelle von Bellezza* (in Wirklichkeit heißen die Dörfer anders, aber ein wenig Verfremdung bin ich den Menschen wohl schuldig, wenn ich so einfach von ihnen erzähle) die heilige Messe gefeiert. Was sich in den Stunden davor abspielt, beschreibt man am besten durch den Vergleich mit Weihnachten. So kahl und schmucklos der Christbaum vor der Bescherung noch dasteht, erstrahlt er vor den Kinderaugen doch himmelsgleich, wenn das Christkind erst da gewesen ist. Und ein wenig auch in den Augen der Erwachsenen, die ihn vorher Stück für Stück und eigenhändig herausgeputzt hatten und es eigentlich besser wissen: Es war nicht das Christkind. Egal.

Kahl und schmucklos wirkt auch die kleine Kirche, bevor der Trupp zur Verschönerung anrückt. Sie besitzt kaum noch eigenes Innenleben: Die Fresken sind übertüncht oder abgebröckelt, ebenso der Altar, und das Altargemälde wurde sicherheitshalber ausgelagert. Viel Schönheit erkennt man da nicht mehr. Vier Stunden später sieht man etwas anderes.

Der "Trupp", das ist ein Bauer aus dem Nachbardorf, derselbe, der später auch aus der Bibel lesen wird, mit kariertem Hemd, groben Schuhen und einem feinen, freundlichen Wesen. Alles von Gewicht (nicht in Kilogramm, sondern auch im übertragenen Sinn) erledigt er. Da ich gerade zugegen bin, habe ich die Ehre, ihm zu helfen, und das mit der Ehre ist keine Ironie. Vervollständigt wird der Trupp von zwei alten Frauen, die die Blumen und den Rest besorgen.

Da erst fällt es mir auf. In der Kapelle steht ein Schrank, der normalerweise verschlossen ist, und der die reinsten Wunder birgt. Uralte, hölzerne Kerzenständer, größere und kleinere. Die Fassungen sind so hinfällig, dass man neue Kerzen kaum noch befestigen kann, doch wen stört‘s. Am Ende stehen sie an ihrem Platz und halten eine Messe lang durch. Wie viele von den Leuchtern soll man nehmen, die größeren oder lieber die kleinen, alles wird so genau überlegt, als wäre es die erste Messe, die je mit diesen Utensilien vorbereitet wurde. Dabei kommt das Beste erst noch.

Der nächstgelegene Punkt, den man mit dem Traktor erreichen kann, liegt 200 m hinter der Kapelle. Von dort an muss jedes Stück getragen werden: Stühle, Bänke und Tische. Nicht alles wird getragen: Im Schubkarren darf fahren, was der Pfarrer für die Messe braucht. Welche Fuhre: das Messgewand, die sakralen Utensilien, die weißen Tücher und die große Bibel gemeinsam in einem profanen Schubkarren.

Die Stühle werden in der Kapelle gebraucht, für die mehrheitlich älteren und hochbetagten Besucherinnen. Die zugehörigen Männer, soweit noch am Leben, halten sich draußen auf. Die Tische und Bänke sind ohnehin für draußen bestimmt, für das Fest. Später werden die Gäste ihre Mitbringsel auspacken: Kuchen, Salate, Pizza, Bruschetta, dazu Wein, roten und weißen, auch Wasser und Säfte. Für alles, was Küche und Keller zu solchen Anlässen bereithalten, wird gesorgt sein, später, denn noch ist es nicht so weit.

Die weißen Tücher bedecken inzwischen den Altar mit all seinen schadhaften Stellen, auch die Blumen und Kerzen stehen an ihrem Platz, der Weihnachtsbaum-Effekt kann beginnen. Und jetzt tritt er auf, der Pfarrer, in voller purpurner Pracht, mitten im Grünen, in dieser winzigen Kapelle. Für praktizierende Katholiken mag der Anblick vertraut sein, in der Stadt wenigstens. So wie hier, zwischen den Oliven und fern von allen Fahrstraßen, erleben auch sie das vielleicht nicht alle Tage, stelle ich mir vor. Die Predigt passt sich in Tempo, Lautstärke und Anspruchsniveau dem Vermögen der Anwesenden an, zum Glück für mich Ausländer. So kann ich der Geschichte folgen.

Über das anschließende Fest ist fast schon alles gesagt. Überflüssig zu ergänzen, dass es ein gutes Fest wird. Gut auch für uns, die wir so selbstverständlich mitfeiern und nach Kräften mitreden dürfen, als würden wir ganzjährig dazugehören – wobei am ligurischen Dialekt jedes Bemühen zerschellt, und zwar, wie ich fürchte, für immer. Aber das wissen unsere Freunde, und lassen uns nicht im Regen stehen – ein Stück Integration. Manche Unterhaltung ist sich selbst genug, manch andere berührt mich tiefer, wie zum Beispiel diese hier: …und, ach ja: ich war von 1963 bis … in Deutschland. Ja, in Erne ist es gewesen (das "H" muss man sich dazu denken), ja, es war gut. (War es wirklich gut, mein lieber Alter? Wie werden sie dich behandelt haben dort, dich Gastarbeiter?) Nein, sagt er, es war gut. Rückblick auf ein halbes Leben, Zeitraffer. Er wohnt seit seiner Rückkehr in Bonissimo, das von Bellezza einst zehn oder fünfzehn Gehminuten entfernt war. Für ihn sind es heute dreißig und noch mehr geworden, die von Jahr zu Jahr beschwerlicher werden.

Nach dem Fest wandern alle Utensilien auf demselben Weg zurück bis zum Traktor. Die Bibel, die Tücher und die Gewänder dürfen wieder im Schubkarren fahren. Der Pfarrer ist schon weg, nur sein ein-Mann-Trupp wird noch eine Weile beschäftigt sein, um alles heil hinunter zu bringen und aufzuräumen. Morgen früh steht er wieder in den Oliven.

Leben unter Freunden

Wenn ich wollte, könnte ich die Geschichte verlängern. Ich könnte schildern, wie sich der Pfarrer bei einem dieser Feste den Schubkarren geschnappt und in seiner langen, schwarzen Soutane die quiekende und johlende Kinderschar reihum durch die feiernde Gesellschaft kutschiert hat. Oder wie ich ihn einmal vor seiner Kirche kniend auf dem edlen Marmorboden fand, ganz so, als wollte er justament dort meditieren. Mitnichten wollte er das. Eine kleine Schaufel hatte er in der Hand, mit der er, tief hineingebeugt, das offenbar verstopfte Gully ausgeräumt hat. Oder, oder, oder … – ich tue es nicht. Vielleicht ein andermal.

Hier in "meinem" Dorf versuche ich, wenn ich da bin, so gut es geht am Leben derer teilzunehmen, die dort zuhause sind – viele sind das ja nicht (mehr). Dabei ist es nicht so, als wollte ich mich hineindrängen. Wie genau es ist – der Versuch, es zu beschreiben, macht es nur kompliziert. Jedenfalls spielt dabei "unsere" kleine Kapelle für die Brüder Cosma und Damiano, zwei Ärzte aus Syrien, an deren Gedenktag auch die Messe stattfindet, eine wichtige Rolle. Mein Freund Franco verwaltet den gewaltigen Schlüssel, alte Schmiedearbeit, und der Weg in die Kapelle, die fast ganzjährig verschlossen ist, führt über ihn. Katholisch zu sein ist für ihn auf eine unspektakuläre Weise Teil des Lebens. Fast würde ich behaupten, Teil des Alltags, auch wenn man meist nichts davon sieht. Wie sollte man auch. An der Kapelle sieht man es dann doch. Sie ist ihm zugleich geliebtes Baudenkmal und ein katholisch-sakraler Ort. Wenn ich dort bin, versuche auch ich, mich ihr auf diesen beiden Ebenen zu nähern. Vielleicht beschreibt das irgendwie, was ich mit "teilnehmen" sagen wollte.

Dezember, im Corona-Jahr 2020. Wir werden das Dorf vermissen, wie schon das ganze Jahr über, und in ihm vor allem die Menschen, die dort so an uns in Starnberg denken wie wir hier an sie in Bellezza. Und das ist dann schon fast wieder tröstlich, nicht nur im Advent.

Von Dr. Christian Thieme


Thiemes Zettel vom 26.11.2020

Dr. Christian Thieme

Vorurteile

Ein alter Mann spielt Schach im Park. Unbesiegt seit Jahr und Tag steht er und wartet auf Gegner. Er gewinnt, aber er ist kein Sieger. Jeder im Park kennt ihn, aber ein Freund ist nicht dabei. Heute nun wird er seinen Meister finden, endlich, sagen die Leute. Der da kommt, ist zielstrebig, locker, lässig gekleidet, einfach durch und durch überlegen.Alter Mann spielt Schach im Park Das sieht man schon von weitem. An dem wird er scheitern, der zerknitterte Alte. Und da steht er auch schon. Sie wechseln einen kurzen Blick, der Sieger und der Alte, und schon wird wortlos aufgebaut. Es ist, als ginge ein stummes Raunen durch den Park. Die Zahl der Umstehenden wächst. Das Drama beginnt.

Mit welcher Leichtigkeit der Fremde seine Figuren zieht, unfassbar. Eben ein Sieger, endlich. Der Alte hört die stumme Begeisterung, die nicht ihm gilt, so wie sie nie ihm gegolten hat. Er fühlt die Einsamkeit, die ihn und sein Spiel umgibt, und spielt bedächtig, wie stets, Zug für Zug. Der Sieger verliert eine Figur um die andere – und mit jedem Verlust rast die stumme Menge lauter. Welche Überlegenheit. Wie zielstrebig er vorgeht! So viel Risiko nimmt er in Kauf, wahrlich ein ganz Großer.

Wahn und Wirklichkeit: Immer weiter öffnet sich die Schere. Erst im allerletzten Moment lässt Patrick Süskind sie zuschnappen und alles zerschneiden, was vorher war. Der vermeintliche Sieger kickt seinen König locker um und verlässt den Schauplatz so strahlend, wie er ihn betreten hatte. Der Alte wird nie mehr Schach spielen, und zurück bleibt eine düpierte Menge. Ein Kampf heißt diese wunderbare Geschichte.

Zum Glück passiert mir sowas nie. Zum Glück falle ich nie auf Leute rein, denn zum Glück erkenne ich Stärken und Schwächen auf den ersten Blick – und handle danach. Von Äußerlichkeiten lasse ich mich weder blenden noch abschrecken. Würden Sie mir das glauben? – Ich mir selber auch nicht, obwohl ich es so gerne so hätte.

Menschenkenntnis und Vorurteil hängen zusammen wie die zum Beten gefalteten Hände. Versuche, sie mit dem Messer zu trennen, und du bekommst ein Blutbad, egal, wo und wie du den Schnitt ansetzt. Wobei es manchmal nur darum geht, auf welchen freien Platz in der S-Bahn ich mich setze, und ein andermal hängt von meinem (Vor?)Urteil so viel ab. Manchmal habe ich effektiv nur diesen einen Augenblick, und ein andermal gibt (oder gäbe) es zusätzliche Informationen. Urteile von Dritten, wie z.B. Zeugnisse oder Gerede, Personalakten, Bewerbungsmappen usw. Soll ich ihnen vertrauen? Oder lieber meinem eigenen Urteil? Schwierig.

Wahlunterricht Italienisch, gut 50 Jahre ist das her. Ich war in dieser Zeit kein netter Schüler, das muss ich unumwunden zugeben. Aber Italienisch wollte ich wirklich lernen. Dann kam ein Diktat, und es ging um die Blumen in meinem Garten. Rosa heißt Rose, und tulipano ist das Wort für Tulpe. Und was würden Sie sagen, wenn Sie die Lösung nicht kennen, was bedeutet virgola? In meinem Diktat war es eine Blume, die immer zwischen zwei anderen stand, zwar etwas komisch, aber was sonst sollte es denn sein?! Virgola heißt Komma.

So weit, so gut. Das dicke Ende kommt jetzt: Für sowas bist du ja bekannt, hörte ich die junge Lehrerin sagen. So lernte ich indirekt meine Schülerakte kennen. Wie gesagt, ich war nicht immer nett als Schüler. Und doch fühlte ich mich hier getroffen. Ich wollte doch wirklich nur Italienisch lernen und nicht blödeln. Hätte sie die Akte vorher nicht gelesen, hätte sie wohl gelacht. Wieder schwierig.

Zweimal in meinem Berufsleben habe ich mich bei einer Einstellung über mein "Bauchgefühl" hinweggesetzt. Es wäre doch schlimm, wenn es mir als Vorgesetztem nicht gelingen sollte, zu dieser Person trotz meines Vorurteils ein positives Verhältnis aufzubauen! Beide Male ist das gründlich schiefgegangen. Wieder schwierig.

Vorurteil bedeutet, nicht alle Information zu nutzen, die man hätte oder bekommen könnte. Wobei, das muss man sehen, jedes Urteil, wirklich jedes, auf einer mehr oder weniger lückenhaften Information besteht. Auch wenn wir das so und so oft nicht wahrnehmen, weil wir den Teil der Information, den wir sehen können, als hundert Prozent wahrnehmen und den fehlenden Rest ausblenden. Dabei ist es egal, ob ich eine Tüte "Bio-Milch" kaufe oder einen anderen Menschen beurteile. Allerdings sprechen wir nur dann von einem Vorurteil, wenn wir es mit Kritik verbinden. Im anderen Fall finden wir andere Vokabeln dafür, wie etwa Erwartung, Sorge, Erfahrung, Eindruck, Wissen, Ablehnung, Vertrauen, Meinung, Wissenschaft, Pragmatismus u.a. Was natürlich nicht heißen soll, dass beispielsweise Wissenschaft und Vorurteil gleichzusetzen wären.

Ich meine das übrigens keineswegs defätistisch. Bert Brecht lässt seinen Herrn Keuner auf die Frage nach dessen aktueller Beschäftigung antworten: Ich habe viel Mühe, ich bereite meinen nächsten Irrtum vor. Wenn ich die Fehlbarkeit meines (Vor)Urteils jederzeit in Rechnung stelle und bessere Einsicht nicht als Niederlage erlebe, habe ich viel gewonnen. Dann darf ich auch weiterhin und ungeprüft an dem Grundsatz festhalten, dass ich zu wenig wohlhabend bin, um Billigprodukte zu kaufen, wohl wissend, dass vereinzelt der Testsieger auch mal vom Discounter stammt.

So viel zum Umgang mit meinen eigenen Urteilen und Vorurteilen.

Apropos bessere Einsicht: Im politischen Diskurs, falls man ihn manchmal noch so nennen möchte, erleben wir immer öfter die Heiligsprechung der Meinung. Es scheint, als stünde Meinung für manche Menschen über der banalen Wahrnehmung, erst recht über komplexeren wissenschaftlichen oder empirischen Zusammenhängen, auch über den Gesetzen der Logik und vielleicht auch über der subjektiven Wahrheit. Gut, dass ich das vielleicht noch eingefügt habe! Hätte ich es nicht, --- Vorurteil. Warum soll ich meinem Gegenüber, nur weil ich seine Ansichten idiotisch finde, unterstellen, dass er sich selbst belügt?

Schauen wir uns um auf der Welt. Wir sehen zunehmende Polarisierung, nicht nur in USA. Wir sehen die Entfremdung vieler von den Werten und Institutionen unserer Gesellschaft. Wir erleben die zunehmende Schwierigkeit, mit Menschen, die sich in ihrer Vorurteils- und Wohlfühlblase verschanzt haben und aus ihr heraus nach allem, was sich rührt, mit Meinung werfen, einen angemessenen Dialog zu führen.

Die meisten von uns sind keine Sozialarbeiter. Aber kaum einer kann von sich sagen, er oder sie hätte niemals Begegnungen, die zu dieser Beschreibung passen. Was tun wir dann? Mischen wir uns ein, beziehen wir Stellung, wenn sich die Situation bietet? Finden wir den angemessenen Ton? Geht es uns, wenn wir agieren, um die betreffende Person selbst oder/und ggf. auch um Umstehende, die vielleicht interessiert zuhören?

Und was leitet uns, wenn wir nicht agieren? Ich glaube, es ist nicht immer die Angst vor körperlichen Attacken oder rüden Beschimpfungen. Nicht selten, so scheint mir, und ich schließe dabei von mir auf andere, steckt dahinter eher Hilflosigkeit. Wie reagiere ich, wenn jemand über mir einen Kübel voll von Vorurteilen und Ressentiments ausleert? Wie finde ich Worte, die zugleich freundlich, aber unmissverständlich in der Abgrenzung und verständlich in der Botschaft sind?

Viele Gelegenheiten habe ich nicht. Aber ich habe mir zum Vorsatz genommen, von den wenigen keine mehr vorbeigehen zu lassen, ohne ein angemessenes Wort wenigstens versucht zu haben. So bediene ich zumindest nicht das bequeme Vorurteil, dass ja sowieso nichts zu machen sei.

Vorurteile – das Thema ist uferlos! Haben wir noch Lust zu einem letzten Gedanken? Na dann.

Tempora mutantur, et nos mutamur in illis. Die Zeiten ändern sich, und wir ändern uns in ihnen. Das ist nicht wirklich antik, sondern nur ein paarhundert Jahre alt, aber irgendwie natürlich doch aus der Antike. Ovid hatte einen ähnlichen Vers, und von ihm hat jemand den obigen Satz abgeleitet. Eigentlich geht es um das Altern. Darum, wie wir auf der Zeitachse beständig weitergeschoben werden, ob es uns gefällt oder nicht. Aber manchmal bleiben wir auch einfach stehen und bemerken nicht, wie sich die Zeit heimlich an uns verbeischleicht. Als mittlerweile einer der Älteren kann ich das beurteilen ….

Da habe ich mich also vor Jahr und Tag intensiv und sorgfältig über ein Thema schlau gemacht und mir ein Urteil gebildet. Schließlich war mir die Sache wichtig, und ich wollte keine halben Sachen machen. Gut, dass ich das jetzt für immer weiß! – Wirklich für immer? Oder ist es nicht manchmal so, dass sich die Tatsachen, die damals maßgebend waren, ganz allmählich oder auch ruckartig verändert haben, ohne dass ich mir das bewusst gemacht hätte?

Die Anbieter von Handy- oder Stromtarifen nützen das systematisch aus, indem sie mir einmal das Gefühl geben, ich hätte jetzt ganz doll verglichen und damit die Frage des günstigsten Angebots (für immer) geklärt. Und dann hoffen sie, dass ich möglichst lange in diesem Glauben verharren möge. Das ist ein Beispiel, aber es geht nicht nur um die paar Euro für den Handyvertrag.

Der gleiche Effekt ist nämlich auch im Spiel, wenn ich versuche, meine mühsam gesammelten Lebenserfahrungen an die nächste oder übernächste Generation weiterzugeben. Das kann gut gehen, und nichts ist schöner als ein geglückter Generationen-Dialog. Damit er aber Chancen hat zu gelingen, bin ich als der Ältere gefordert, sorgsam zu prüfen, ob denn das Umfeld, in dem meine eigenen Erfahrungen gewachsen sind, noch zu dem passt, was heute auf die Jüngeren einwirkt. Kann ich mit JA antworten, ist es einfach. Bei einem klaren NEIN ebenso, nur umgekehrt. Dann braucht es die Größe, das vor mir selber einzugestehen.

Meistens ist es vielleicht ein "halb und halb". Das öffnet die Tür zu einem Dialog, von dem am Ende beide etwas haben. Damit nicht aus dem begründeten Urteil von damals allmählich ein Nach-Urteil wird, als spezielle Form des Vorurteils: Vom Zeitablauf ins Unrecht gesetzt. Aus dem gleichen Grund warnen Historiker davor, Gegenwartsprobleme mittels historischer Analogien lösen zu wollen. Freilich sind dort noch viel größere Zeitintervalle im Spiel, und das Problem verschärft sich entsprechend. Wenn du deinen Feind nicht besiegen kannst, verbünde dich mit ihm. So lebe ich recht friedlich mit meinen Vorurteilen und ihrer Verwandtschaft, solange sie sich anständig benehmen und an meine Regeln halten. Wenn sie aber zudringlich werden und mich in den Sumpf locken, weise ich sie scharf zurecht – bilde ich mir wenigstens ein.

Von Dr. Christian Thieme


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(Das # markiert weitere Einrichtungen der Diakonie Starnberg)

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für psychisch kranke Menschen (BEW)
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# Gerontopsychiatrische
Fachberatung
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# Sozialpsychiatrischer Dienst
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Pfadfindergruppen Carolinenhaus Söcking
Sippe Rotfüchse, 2. - 4. Klasse
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Sippenleiterin Carina Mayr
Sippenleiter Andreas Zeiser
Tel.: 08151 89370

Sippe Wölfe, 5. - 6. Klasse
Fr., 15:15 bis 16:45 Uhr
Sippenleiter Andreas Zeiser
Tel.: 08151 89370

Sippe Wanderfalken, 7. - 8. Klasse
Fr., 16:45 bis 18:15 Uhr
Sippenleiter Christian Nagel
Mobil: 0152 33868476

Evangelischer Frauenkreis Starnberg
Ansprechpartner sind :
Ingrid Schönig
Tel.: 08151 6774

Ulrike Stockmar
Tel.: 08151 746271

Dora Wagner
Tel.: 08151 89325

Margret Geske
Tel.: 08151 13528

 

 

 

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