Manchmal ist es gar nicht verkehrt, einmal in die eigene Vergangenheit zu tauchen, um gestärkt in die Gegenwart zurück zu kommen.
Jedes Jahr um Christi Himmelfahrt besuche ich meine „alte“ Heimat in Nordrhein-Westfalen, treffe meine Schwestern und langjährige Freunde.
Dieses Jahr hatte ich die Gelegenheit an einem Gottesdienst teilzunehmen in der alten kleinen Dorfkirche des Dorfes, in dem einst meine Großeltern lebten. Mein Großvater war der Dorfschullehrer, meine Großmutter sang im Kirchenchor, meine Mutter wurde in dieser Kirche vor 100 Jahren getauft und meine Eltern haben dort vor über 70 Jahren geheiratet.
Ich bin schon ewig nicht mehr dort gewesen—die Kirche sieht noch aus wie eh und je, beim Hineingehen muss man immer noch den Kopf einziehen, die Menschen , es scheint, als würde ich sie alle kennen, dem ist aber nicht so, niemanden kenne ich! Das Hiersein fühlt sich erstaunlicherweise überhaupt nicht fremd an!
Sofort kommen ich mit einer Dame vor dem Gottesdienst ins Gespräch—der Ablauf–alles bekannt, wie früher, wie immer, 650 km von meinem jetzigen Zuhause entfernt—keinerlei Fremdheit—das Gefühl der selbstverständlichen Zugehörigkeit—Gemeinschaft!
Nach dem Gottesdienst die ebenso selbstverständliche Einladung zum Kirchenkaffee. Lebhafte Gespräche, auch mit der dynamischen Pfarrerin, der ich erzähle, warum ich da bin, entwickeln sich. Schnell verfliegen zwei Stunden!
Als ich mich verabschiede und bedanke für die freundliche Aufnahme, fragte eine Dame am Tisch: „wieso, Sie gehören doch dazu!!“ Eine wohlige Wärme breitet sich in mir aus.
Das ist Gemeinschaft, zusammen gehören, gemeinsam, miteinander, füreinander im Glauben zu stehen1
Ich wünsche Ihnen das Gefühl der Gemeinschaft, möge Gott uns in ihr stärken.
Bleiben sie behütet