Frühling lässt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte.
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
wollen balde kommen.
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bists, Dich hab ich vernommen!
Endlich ist er da! Der Frühling!
Wer kennt nicht dieses Gedicht von Eduard Möricke und wer kann es nicht so gut nachvollziehen!
Mit allen Sinnen genießen wir, können die wärmenden Sonnenstrahlen endlich wieder auf der Haut spüren, die frische Luft riechen, das morgendliche Vogelkonzert hören und die ersten Blüten sehen. Selbst die Schneeglöckchen stemmen sich durch die Reste des vergangenen Herbstes hindurch.
Der Herbst hat uns Vergänglichkeit gelehrt, der Frühling verspricht uns Hoffnung.
Hoffnung auf den Neuanfang, Hoffnung auf Wiederkehr, Hoffnung auf Leben.
Nach den dunklen Tagen fühlen wir uns wieder mit Energie geladen, tatendurstig und frisch, die dunklen Gedanken mögen davon ziehen!
Ist es nicht in jedem Jahr wieder erstaunlich, wenn zartes Grün die Bäume überzieht, die Kraft in die Pflanzen steigt, die ersten Blüten die Hummeln und Bienen anlocken und die Tiere ihre Paarungsgebaren vollziehen, wahre Tänze vorführen, Frühlingsgefühle inbegriffen?
Ich könnte in keinem Land leben, in dem es keine Jahreszeiten gibt!
Aber irgendwie will sich diese Freude gerade nicht so recht einstellen. Geht es Ihnen auch so? Die Greueltaten in der Welt, Trauer in der Familie oder im Freundeskreis, Unglücke, Krankheiten, alles das, was gerade so häufig präsent ist, lässt und eher verzagen.
Der Frühling selbst lässt sich gottseidank von uns Menschen nicht beeinflussen, auch wenn wir da schon einiges zerstört haben.
Aber, es ist wie immer so, dass wir bei uns selbst anfangen werden müssen, um etwas zu verändern! Damit die Hoffnung auf Besseres, Fröhlicheres und vor allem Gutes bleibt.
Tun wir es, wie schon Rainer Maria Rilke so trefflich formulierte:
Ein Herz, das Hoffnung trägt, leuchtet heller als jede Lampe!
Bleiben Sie behütet.