Kolumne Oktober 2018

schallplatteDie Schallplatte – Erinnerung und Sinnbild

Nach einem langen und heißen Sommer ist es nun doch Herbst geworden. Die Zeit, in der sich Nebel auf das Land legt und die Blätter sich bunt färben, lädt ein, zu sortieren und auszusortieren, was sich zu Hause angesammelt hat. Und das, was man nicht mehr braucht, auf einen der vielen Herbst-Flohmärkte zu bringen. Da liegen sie dann auf den Tischen und in den Kartons – die Gegenstände, die längst nicht mehr verwendet werden, die durch andere ersetzt wurden und nur noch Zeugen der Vergangenheit sind.

Unsere Flohmärkte haben ihren ganz besonderen Reiz. Nicht nur, weil man hier sinnvoll Dinge loswerden und andere günstig erwerben kann, sondern weil so manche Gegenstände ein Gefühl der Nostalgie, der Erinnerung auslösen. So wie die Schallplatte, die auf praktisch jedem Flohmarkt zu finden ist.

Für Kinder ein inzwischen schon ganz fremder Gegenstand, weckt die Schallplatte in mir eigene Kindheitserinnerungen. Ich weiß noch, wie ich dazu angehalten wurde, die schwarze Kreisplatte nur an den Rändern zu berühren und darauf zu achten, dass sie nicht beschädigt wird. So rührt es mich immer sehr, wenn ich die Schallplatten da liegen sehe – oft ohne Hülle und mit abgelöstem Etikett. Unwillkürlich schaue ich sie mir an und lasse meinen Gedanken freien Gang: Was sich wohl hinten den Rillen, diesen in der Platte eingegrabenen Spuren, befindet?
Ist es eine aufwühlende Oper von Richard Wagner oder die kleine Nachtmusik von Wolfgang Amadeus Mozart?
Ist es eine Rede, aufgenommen auf einem freien Platz mit viel Hintergrundgeräuschen oder ein Märchen mit verteilten Rollen?
Manchmal sieht man Kratzspuren und weiß, hier wird die Nadel springen so wie bei meinen eigenen Schallplatten aus der Kindheit und Jugend, die ich so oft gehört habe, dass mir nicht nur die Lieder oder Erzählung, sondern auch jeder Rillensprung vertraut waren.

Um das Geheimnis zu lüften, das sich hinter dem Fundstück verbirgt, muss ich es auf den Plattenspieler legen und anhören. Nicht immer gefällt mir, was ich höre, aber immer wieder werde ich auf diese Weise in eine andere Zeit hineingenommen, manchmal sogar in ein anderes Leben. Auf diese Weise habe ich schon so manche Kostbarkeit gefunden – nicht im materiellen Sinn, aber Momente besonderer Tiefe oder Freude.

Die Schallplatte ist Nostalgie, aber auch ein Bild für unser Leben. Wir alle tragen Spuren, die uns zu dem machen, was wir sind: Melodien all der schönen Erlebnisse, die wir machen konnten: in der Natur, mit einem geliebten Menschen, mit der Familie, mit einem guten Buch. Da sind aber auch aufwühlende, aggressive, beängstigende Töne, die gleichberechtigt ihre Spur ziehen. Gleichmäßig läuft der Tonarm über all die Höhen und Tiefen und bringt sie durch seine Berührung zu Gehör. So wie Schallplatte ihren Sinn darin entfaltet, dass sie das, was ihr eingeprägt wurde, erklingt, so brauchen wir als Menschen ebenfalls das Interesse, das offene Ohr, das uns ermutigt, unsere Lebensmelodien preiszugeben. Auch mit den Kratzern, die so manche Passage durchkreuzen.

Und auch dies ist der Schallplatte eigen: Ich kann mich erinnern, wie ich als Kind fasziniert zugeschaut habe, wie der Tonarm konsequent auf die Mitte zugelaufen ist, sich dann gehoben hat und sich wieder auf die Vorrichtung gelegt hat, bis ich ihn wieder vorsichtig auf den äußersten Rand aufgesetzt habe.

Das Konzert, die Geschichte ist dann fertig, wenn die Mitte erreicht ist. Das ist ein durchaus christliches Symbol. Es erinnert mich an das Labyrinth und an den Weg darin, der – im Gegensatz zum Irrgarten – immer zum Ziel führt.

Gerade im Ziel blicken wir nicht nur zurück und betrachten unser Leben, das was war und uns geprägt hat, sondern blicken auch nach vorne, auf das Ziel, das zugleich Sinn ist. Der christliche Glaube verheißt uns, dass unsere Lebensmelodie nicht abbricht, sondern dass wir zur Mitte finden, zu uns selbst, zu Gott. Und zwar mit allem, was wir bis dahin an spitzen und sanften, hohen und tiefen Tönen, an vollen und lauten, ebenso wie an zarten und zurückhalten Tönen erfahren haben.

Es ist aber nicht nur die Verheißung, sondern vor allem die Einladung, das, was wir täglich in unserem Herzen tragen, vor Gott zu bringen, dessen Ohr für uns geöffnet ist.

Pfarrerin Birgit Reichenbacher


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