Teresa von Ávila
spanische Mystik von damals für heute, Teil 7

Heute gelesen: Texte und Anregungen in der Zeit des Wartens

Teresa von Avila
Teresa von Ávila
Gemälde von Peter Paul Rubens, CC BY-SA 3.0, wikimedia



Nach Dietrich Bonhoeffer und Martin Luther King jr. kommt nun endlich die Frau zu Wort, deren Schriften sie zu einer der bedeutendsten Mystikerinnen des Christentums machen – in der Hoffnung, durch diese Texte Menschen einen Zugang zum inneren Weg der Gottessuche und des Gebetes zu eröffnen. Dieser Weg kann auch heute Menschen anleiten, in sich selbst nicht nur die Ruhelosigkeit des eigenen Herzens zu entdecken, sondern Leidenschaft, Hingabe und Spiritualität miteinander zu verknüpfen. Insofern ist Teresa trotz ihrer Instrumentalisierung in der Zeit der katholischen Reform bzw. Gegenreformation auch für die evangelische Kirche eine "Kirchenlehrerin", als welche sie seit 1970 in der römisch-katholischen Kirche betrachtet und verehrt wird.

Dr. Stefan Koch

 

Tereses Autobiographie („Vida“, verfasst 1560-1565, recht früh abgeschlossen) ist die erste ihrer Art in spanischer Sprache mit literarischem Rang. Freilich hat sie danach in ihrem bewegten Leben noch einige besondere Erlebnisse vor sich: 1571 ernennt man sie gegen ihren und den Willen der Schwestern zur Priorin des Klosters, in das sie ursprünglich eingetreten war. Sie holt sich im nächsten Sommer Verstärkung und bittet Johannes vom Kreuz als Spiritual und Beichtvater zu dienen und die mittlerweile knapp 200 Schwestern im Haus zu begleiten. Sie entwickelt ihr alternatives Konzept dafür: mit Sanftmut, nicht so rigoros wie damals oft üblich. 1575 lernt Teresa den Mann kennen – Jerónimo Gracián (1545–1614), er stammt aus Sevilla, ist 30 Jahre jünger als sie und ebenfalls Mönch – mit dem sie so etwas wie eine Seelenverwandtschaft erlebt. Dann bricht ein Streit zwischen ihren Neugründungen an Klöstern und dem Stammorden auf, der mit der Trennung beider Zweige durch päpstliche Entscheidung im Jahr 1581 endet ... Am 4. Oktober 1582 gegen neun Uhr abends stirbt Teresa im damals recht hohen Alter von 67 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung und wird am folgenden Tag beerdigt, der aufgrund der Gregorianischen Kalenderreform mit seiner Streichung von 10 Tagen im zehnten Monat der 15. Oktober ist.

Wir waren alle zum Chorgebet versammelt, da zog sich plötzlich meine Seele ins Innere zurück; sie erschien mir wie ein leuchtender Spiegel, nicht mit Rahmen oder Rückseite, sondern nur Klarheit, und in der Mitte zeigte sich mir Christus, unser Herr, so wie ich ihn immer sehe. Es war mir, als sähe ich ihn deutlich in allen Teilen meiner Seele gespiegelt, und zugleich formte sich dieser Spiegel in einem höchst liebevollen Empfinden zur Gestalt unseres Herrn – ich weiß nicht, wie ich das ausdrücken soll.

Vida 40,5 1*

Einmal, als ich im Gebet versenkt war, verstand ich in einem Augenblick – ohne etwas Bestimmtes zu sehen, aber es war eine ganz klare Erkenntnis -, dass man in Gott alle Dinge schaut, weil er alle in sich enthält. Ich könnte die Gottheit mit einem klaren Diamanten vergleichen, viel größer als die ganze Welt. Da er alles umschließt, erblickt man in ihm all unser Tun wie in einem Spiegel.

Vida 40,10 2*

Hinweise

Das Bild des Blickens in einen Spiegel als Bild für das begrenzte menschliche Erkenntnisvermögen ist alt, schon das tratraditionelle Lied im ersten Korintherbrief des Paulus in Kapitel 13 verwendet es. Auch die antike Philosophie 3* kann es gebrauchen, etwa der jüdische Philosoph Philo von Alexandrien (10/15 vor – nach 40 nach Christi Geburt): durch die Bildung schauen wir den Urheber der Wissenschaft wie durch einen Spiegel („Über Flucht und Erfindung“, fug. 213). Aber auch Geistesgrößen wie Plutarch (um 45 – um 125 nach Christus) wissen diese Einsicht zu betonen: die Pythagoreer haben schon in den Zahlen und in geometrischen Figuren das Rätsel der Gottheit erblickt („Moralia“, mor 382a); auch ist der Eros bei Platon nach Plutarch ein „schöner Spiegel schöner Dinge“ (mor. 765b) – freilich darf man nicht diese verehren, sondern durch sie das Göttliche …

In I Kor 13,8-13 besingt der Apostel Paulus die Unvergänglichkeit der Liebe, Dieser Text wird bei vielen Traumhochzeiten bemüht, nicht immer wird dabei bedacht, dass es hier um die Liebe Gottes geht, die alles vermag und unvergänglich ist. In I Kor 13,12 wird herausgestellt, dass jede menschliche Wahrnehmung ihr Grenzen hat. Das Blicken in den Spiegel ist die Form der Wahrnehmung Gottes, die dem Menschen möglich und erlaubt ist.

Im Römerbrief (Röm 1,20) greift Paulus diesen Hinweis dann noch einmal auf: Gott wird jetzt – und auch in unserer Zeit und in unserer Welt – nur in den Geschöpfen ansichtig. In ihnen freilich ist er auch wie in einem Spiegel erkennbar, am besten in seinem Sohn Jesus …

1*) LORENZ, ERIKA: Der nahe Gott. Im Wort der spanischen Mystik, Freiburg, Basel, Wien 1985, S. 141f.
2*) LORENZ, ERIKA: Der nahe Gott. Im Wort der spanischen Mystik, Freiburg, Basel, Wien 1985, S. 141.
3*) ZELLER, DIETER: Der erste Brief an die Korinther, KEK 5, Göttingen 2010, S. 417.


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Di., 16:00 bis 17:30 Uhr
Sippenleiterin Carina Mayr
Sippenleiter Andreas Zeiser
Tel.: 08151 89370

Sippe Wölfe, 5. - 6. Klasse
Fr., 15:15 bis 16:45 Uhr
Sippenleiter Andreas Zeiser
Tel.: 08151 89370

Sippe Wanderfalken, 7. - 8. Klasse
Fr., 16:45 bis 18:15 Uhr
Sippenleiter Christian Nagel
Tel.: 0152 33868476

Evangelischer Frauenkreis Starnberg
Ansprechpartner sind :
Ingrid Schönig
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Ulrike Stockmar
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Margret Geske
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