Teresa von Ávila
spanische Mystik von damals für heute, Teil 6

Heute gelesen: Texte und Anregungen in der Zeit des Wartens

Teresa von Avila
Teresa von Ávila
Gemälde von Peter Paul Rubens, CC BY-SA 3.0, wikimedia



Nach Dietrich Bonhoeffer und Martin Luther King jr. kommt nun endlich die Frau zu Wort, deren Schriften(1*) sie zu einer der bedeutendsten Mystikerinnen des Christentums machen – in der Hoffnung, durch diese Texte Menschen einen Zugang zum inneren Weg der Gottessuche und des Gebetes zu eröffnen. Dieser Weg kann auch heute Menschen anleiten, in sich selbst nicht nur die Ruhelosigkeit des eigenen Herzens zu entdecken, sondern Leidenschaft, Hingabe und Spiritualität miteinander zu verknüpfen. Insofern ist Teresa trotz ihrer Instrumentalisierung in der Zeit der katholischen Reform bzw. Gegenreformation auch für die evangelische Kirche eine "Kirchenlehrerin", als welche sie seit 1970 in der römisch-katholischen Kirche betrachtet und verehrt wird.

Dr. Stefan Koch

 

Zum Werk von Terese gehören überraschenderweise auch die "Neckereien" 1*, ironische Texte in der Gattung der "vejamen" ("Quälereien", "Sticheleien"), die eigentlich anlässlich einer Promotion bzw. der Verleihung der Doktorwürde von zwei Freunden des zu Ehrenden vorgetragen wurden. Der eine Freund sollte die Schwächen des mit der Doktorwürde Ausgezeichneten hervorheben, der andere die Fähigkeiten preisen – in jedem Fall bitte aber kräftig übertreiben! Terese schlüpft nun in die Rolle des Freundes, der die Aufgabe zum Sticheln hat und verzichtet ganz darauf, etwas Nettes zu sagen.
Anlass war eine Vision Tereses, der sie den Satz "Suche dich in mir" verdankte. Als sie das Erlebnis ihrem Bruder Lorenzo schriftlich mit der Bitte um Rückmeldung schilderte, nahm der seine Aufgabe so ernst, dass er sich Rat beim Bischof holen wollte, der wiederum seinen Beraterkreis damit befasste. Die Ergebnisse der allerhöchsten Konsultationen wurden dann Terese geschickt, die sich darüber amüsierte, so hierarchisch hochstehend geprüft worden zu sein, darauf mit ihrem Vejamen antwortete und die verschiedenen Mitglieder des bischöflichen Beraterstabs durch den Kakao zog. Und sie scheute dabei auch nicht davor zurück, von ihr hoch geachtete Personen auf die Schippe zu nehmen, wie eine kleine Auswahl zeigt:

[Über Johannes vom Kreuz (1542-1591, mystischer Schriftsteller, Kirchenlehrer und zeitweise Tereses Beichtvater)]
Dieser gibt mit seiner Antwort eine ziemlich brauchbare Belehrung für jemanden, der die Exerzitien [des Ignatius von Loyola] machen will, die sie in der Gesellschaft Jesu machen, jedoch nicht für meinen Zweck. Das käme uns teuer zu stehen, wenn wir Gott erst suchen könnten, wenn wir der Welt abgestorben wären! Das war weder Magdalena noch die Samariterin (Joh 4,7-42) noch die kanaanäische Frau (Mt 15,21-28; Mk 7,24-30), als sie zu ihm fanden. Auch spricht er viel davon, in der Gotteinung mit Gott eins zu werden, wenn das aber zustande kommt, und Gott der Seele diese Gnade erweist, wird sie nicht sagen, dass sie ihn sucht, weil sie ihn dann schon gefunden hat.
Gott verschone mich vor Leuten, die so geistlich sind, dass sie aus allem vollkommende Kontemplation machen wollen, komme, was da wolle. Dennoch danken wir ihm, dass er 8uns so gut erläutert hat, was wir gar nicht gefragt hatten. Deshalb ist es immer gut, über Gott zu sprechen, denn aus einer Ecke, aus der wir es nicht erwartet hatten, kommt uns der Gewinn.

[Über den Herrn Lorenzo de Cepeda (1519-1580), Tereses jüngeren Bruder]
So wie das der Fall war bei Herrn Lorenzo de Cepeda, dem wir herzlich für seine Verse und seine Antwort danken. Denn wenn er auch mehr behauptet hat, als er versteht, verzeihen wir ihm wegen der Belustigung, die er uns damit verschafft hat, gern den Mangel an Demut, sich in so erhabene Dinge einzumischen, wie er es in seiner Antwort sagt, und das auch wegen des guten Rates, den er ungefragt gibt, doch Gebet der Ruhe zu halten – wie wenn das in seiner Macht stünde! Er weiß schon, welche Strafe sich einer einhandelt, der das tut.
Gebe Gott, dass von dem Honig, dem er so nahe war, etwas an ihm hängen bleibe, denn das ist mir ein großer Trost, wenn ich auch sehe, wie er recht hatte, sich zu schämen. An dieser Stelle kann es kein Urteil darüber geben, was nun besser sei, denn ohne ungerecht zu sein, haftet allem Fehlerhaftes an.

[Empfehlung an Don Álvaro (1560-1577 Bischof von Sevilla)]
Tragen Euer Hochwohlgeboren ihnen auf, sich zu bessern! Ich werde mich in dem Sinn bessern, dass ich meinem Bruder aus Mangel an Demut nicht ähnlicher werde. Sie sind ja alle so gottselig, diese Herren, dass sie das Spiel verloren haben, weil sie eine Karte zu viel hatten; denn, wie ich schon sagte, wer die Gnade erlangen sollte, die Seele mit ihm geeint zu haben, dem wird er nicht sagen, dass er ihn suchen soll, weil er ihn schon besitzt.
Ich küsse Euer Hochwohlgeboren vielmals die Hände für die Huld, die sie mir mit ihrem Brief erwiesen haben. Um Euer Hochwohlgeboren mit diesem Unsinn nicht noch mehr auf die Nerven zu gehen, schreibe ich jetzt nicht.
Euer Hochwohlgeboren unwürdige Dienerin und Untergebene
Teresa de Jesús.

Hinweise und Fragen

Es ist gar nicht leicht, bei so einem Vorgehen wie dem "vejamen" die Grenzen dessen einzuhalten, was Anstand und Moral gebieten, zugleich aber spitzzüngig genug Eigenschaften aufzugreifen, die sich der Eitelkeit der Menschen verdanken und auch einmal benannt werden dürfen. Persönliche Beschämung ist zu vermeiden. Vielleicht lässt sich Tereses Vorgehen am ehesten mit dem vergleichen, was im Bayerischen mit dem "Derblecken" anlässlich des Starkbieranstiches gemeint ist.

1*) Als Textgrundlage dient der dritte Band der Gesammelten Werke von Teresa von Ávila, Gedanken zum Hohenlied, Gedichte und kleinere Schriften. Vollständige Neuübertragung, herausgegeben, übersetzt und eingeleitet von Ulrich Dobhan OCD und Elisabeth Peeters OCD, Freiburg, Basel, Wien 2004, S. 487-492.


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