Tageslosung vom 23.10.2020
Ich will mit euch einen ewigen Bund schließen.
Der Gott des Friedens, der den großen Hirten der Schafe, unsern Herrn Jesus, von den Toten heraufgeführt hat durch das Blut des ewigen Bundes, der mache euch tüchtig in allem Guten, zu tun seinen Willen, und schaffe in uns, was ihm gefällt.

Teresa von Ávila
spanische Mystik von damals für heute, Teil 5

Heute gelesen: Texte und Anregungen in der Zeit des Wartens

Teresa von Avila
Teresa von Ávila
Gemälde von Peter Paul Rubens, CC BY-SA 3.0, wikimedia



Nach Dietrich Bonhoeffer und Martin Luther King jr. kommt nun endlich die Frau zu Wort, deren Schriften(1*) sie zu einer der bedeutendsten Mystikerinnen des Christentums machen – in der Hoffnung, durch diese Texte Menschen einen Zugang zum inneren Weg der Gottessuche und des Gebetes zu eröffnen. Dieser Weg kann auch heute Menschen anleiten, in sich selbst nicht nur die Ruhelosigkeit des eigenen Herzens zu entdecken, sondern Leidenschaft, Hingabe und Spiritualität miteinander zu verknüpfen. Insofern ist Teresa trotz ihrer Instrumentalisierung in der Zeit der katholischen Reform bzw. Gegenreformation auch für die evangelische Kirche eine "Kirchenlehrerin", als welche sie seit 1970 in der römisch-katholischen Kirche betrachtet und verehrt wird.

Dr. Stefan Koch

 

Tereses Erfahrungsberichte sind persönliche Zeugnisse. Anders als das heute möglich wäre spricht sie darin von inneren Stimmen, gar Visionen und Ekstasen. Versucht man diese Berichte einzuordnen, könnte es helfen, die gemeinsame Struktur vieler mystische Erfahrungen (hier nach K. Waaijman 1*) zu betrachten. Denn in Tereses Berichten geht es weniger um das außergewöhnlich Spektakuläre, das mit ihrer Person verbunden ist, sondern um eine Grunderfahrung, die von den Menschen, die sie machen, auf Gott hin gedeutet wird. Folgende Aspekte sind dafür typisch, die sich an vielen Texten Tereses belegen lassen:

* die betende Sehnsucht nach Gott ist der als Auslöser
* Gott wird als unmittelbar gegenwärtig erlebt
* die Erfahrung der Gegenwart Gottes führt zur persönlichen Ergriffenheit
* der Mensch hat das Gefühl, aus sich herauszutreten
* der Mensch empfindet eine Art Loslösung von dem, was ihn bisher emotional gefesselt hat
* der Schwerpunkt in der Erfahrung verschiebt sich vom Tun zum Empfangen
* der Mensch hat das Gefühl, in seinem Wollen und Empfinden mit dem Wirken Gottes verbunden zu sein
* der Mensch hat den Eindruck unmittelbar zu erfassen, was Gottes Liebe und Wahrheit ist
* der Mensch erfährt (freilich teilweise deutlich kulturell geprägte) Bilder und Worte, die aus dem Unbewussten aufsteigen
* der Mensch wird sich der Gegenwart Gottes in der eigenen Seele bewusst
* der Mensch weiß sich zu einer Liebesbeziehung zu Gott eingeladen, in der er sich als Partner empfindet
* die innere Ergriffenheit der Person such eine alltägliche Ausdrucksgestalt in der Lebensführung

Viele der Erfahrungen, von denen Terese berichtet, haben einen liturgisch-gottesdienstlichen Rahmen. Nicht so viele Erfahrungen haben einen biblischen Kontext. Neben direkten Schriftzitaten gibt es Anklänge und Gedanken, die sich der kirchlichen Deutung der Bibeltexte verdanken.

Ein andermal sagte mir der Herr [Christus]: "Denkst Du, Tochter, dass der Verdienst 2* im Genießen liegt? Nein, es liegt im Tun und im Erleiden und im Lieben. Du wirst gehört haben, dass der heilige Paulus mehr als einmal das himmlische Paradies genossen hat, und dass er oftmals gelitten hat; und siehe, [auch] mein [Christi] ganzes Leben ist voll von Leiden, und nur auf dem Berg Tabor hast du von meiner Freude gehört. Denke nicht, wenn du meine Mutter siehst, wie sie mich auf den Armen trägt, dass sie ohne große Qual jene Freuden genoss. Seitdem Simeon ihr jene Worte gesagt hat, gab ihr mein Vater klares Licht, damit sie sähe, was ich zu leiden hätte.
Die großen Heiligen, die in den Wüsten lebten , verrichteten schwere Bußübungen, da sie von Gott geleitet waren, und hatten überdies große Kämpfe mit dem Bösen und mit sich selbst. Lange Zeit verbrachten sie ohne jede geistliche Tröstung.
Glaub mir, Tochter, wen mein Vater mehr liebt, dem gibt er größere Prüfungen , und die Antwort darauf ist die Liebe. Worin kann ich dir mehr zeigen, dass ich für dich möchte, was ich für mich wollte? Schau diese Wundmale! Niemals werden deine Schmerzen so weit gehen. Das ist der Tag der Wahrheit. Wenn du das verstehst, wirst du mir helfen, den Verlust zu beweinen, dem die von der Welt anheimfallen, denn all ihre Wünsche, Sorgen und Gedanken befassen sich damit, wie das Gegenteil zu erreichen ist."

Als ich damit begann, inneres Beten zu halten, hatte ich so starkes Kopfweh, dass es mir unmöglich schien, es halten zu können. Da sagte mir der Herr: "Von daher wirst du die Belohnung für das Leiden sehen, denn da du nicht bei guter Gesundheit warst, um mit mir zu sprechen habe ich mit dir gesprochen und dich beschenkt." Und gewiss, so ist es, denn die Zeit, in der ich gesammelt war, hat eineinhalb Stunden gedauert, vielleicht ein bisschen weniger. Dabei sagte er mir die genannten Worte und alles andere. Ich war dabei nicht zerstreut, noch weiß ich, wo ich war, doch mit einem so großen Glücksgefühl, dass ich es gar nicht sagen kann, und ich hatte kein Kopfweh mehr – was mich verwundert hat –, dafür ein großes Verlangen nach Leiden.

Es ist wahr, das ich zumindest nicht gehört habe, dass der Herr [Christus] in seinem Leben noch eine weitere Freude hatte, außer dieses eine Mal, ebensowenig der heilige Paulus.

Er sagte mir auch, dass ich mir oft die Worte, die der Herr den Aposteln gesagt hatte, in Erinnerung rufen sollte, dass "der Knecht nicht mehr sein solle als der Herr (Evangelium nach Johannes 13,16).

Hinweise und Fragen

Sich im Leiden mit Christus zu vergleichen ist keineswegs vermessen, sofern der Vergleich nicht auf Überbietung zielt. Die Evangelien weisen immer wieder auf die Notwendigkeit unserer Nachfolge Jesu auch im Leiden hin. Christ sein bedeutet nicht von allem Bösen verschont zu bleiben, wohl aber darauf zu vertrauen, dass Gott uns davon erlösen wird und darum im Vaterunser auch zu bitten.
Der Apostel Paulus spitzt das noch einmal zu, wenn er der Gemeinde in Korinth scheibt, dass wir (er meint damit zunächst sich selbst) das Sterben Christi an uns tragen (II Kor 4,10-11) "auf dass auch das Leben Jesu an unserm Leibe offenbar werde. Denn wir, die wir leben, werden immerdar in den Tod gegeben um Jesu willen, auf dass auch das Leben Jesu offenbar werde an unserm sterblichen Fleisch" – ein Zusammenhang, auf den ich theologisch auch gerne auf dem Friedhof angesichts der Gräber hinweise.

1*) Die verschiedenen Aspekte sind zusammengestellt in TERESA VON AVILA, Gedanken zum Hohenlied, Gedichte und kleinere Schriften, Vollständige Neuübertragung. Gesammelte Werke Band 3, herausgegeben von Ulrich Dobhan OCD und Elisabeth Peeters OCD, Freiburg, Basel, Wien, 2004, S. 185-189.
2*) Gemeint ist nicht das verdienstliche Tun im Sinn einer Werkgerechtigkeit, sondern der "Lohn" der Erkenntnis, von der etwa auch der Prediger des Alten Testamentes (Koh 1,3 u.ö.) spricht.
3*) Paulus berichtet in II Kor 11,23-28, 12,1-4 von seinen "Himmelsreisen", zu denen er entrückt worden sei. Er verweist anschließend dann aber immer explizit auch auf seine bleibenden Leiderfahrungen und mahnt den rechten Umgang mit beidem an.
4*) Vgl. Mk 9,2-8parr; I Petr 1,16-18.
5*) Vgl. Lk 2,35a: "auch durch seine Seele wird ein Schmerz dringen".
6*) Von besonderer Bedeutung war der "Vater der Mönche" Antonius (251-356), dessen Biographie durch Athanasius auch im Westen des Imperiums weit verbreitet war und der vielfach ikonographisch bearbeitet bzw. künstlerisch dargestellt wurde.
7*) Vgl. Spr 3,11-12: "Mein Sohn, verwirf die Zucht des Herrn nicht und sei nicht unwillig, wenn er dich zurechtweist; denn wen der Herr liebt, den weist er zurecht, und hat doch Wohlgefallen an ihm wie ein Vater am Sohn; Apc 3,19a: "Welche ich liebhabe, die weise ich zurecht und züchtige ich."
8*) Erfahrungsbericht Nr. 26, Ávila 1572, "Wert des Leidens"; deutscher Text in TERESA VON AVILA, Gesammelte Werke Band 3, S. 243-245.


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Pfadfindergruppen Carolinenhaus Söcking
Sippe Rotfüchse, 2. - 4. Klasse
Di., 16:00 bis 17:30 Uhr
Sippenleiterin Carina Mayr
Sippenleiter Andreas Zeiser
Tel.: 08151 89370

Sippe Wölfe, 5. - 6. Klasse
Fr., 15:15 bis 16:45 Uhr
Sippenleiter Andreas Zeiser
Tel.: 08151 89370

Sippe Wanderfalken, 7. - 8. Klasse
Fr., 16:45 bis 18:15 Uhr
Sippenleiter Christian Nagel
Tel.: 0152 33868476

Evangelischer Frauenkreis Starnberg
Ansprechpartner sind :
Ingrid Schönig
Tel.: 08151 6774

Ulrike Stockmar
Tel.: 08151 746271

Dora Wagner
Tel.: 08151 89325

Margret Geske
Tel.: 08151 13528

 

 

 

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