Tageslosung vom 27.09.2020
16. Sonntag nach Trinitatis
Der HERR lässt sein Heil verkündigen; vor den Völkern macht er seine Gerechtigkeit offenbar.
Als Barnabas und Paulus in Antiochia angekommen waren und die Gemeinde versammelt hatten, berichteten sie, was Gott alles durch sie getan und dass er allen Völkern die Tür zum Glauben aufgetan habe.

Teresa von Ávila
spanische Mystik von damals für heute, Teil 4

Heute gelesen: Texte und Anregungen in der Zeit des Wartens

Teresa von Avila
Teresa von Ávila
Gemälde von Peter Paul Rubens, CC BY-SA 3.0, wikimedia



Nach Dietrich Bonhoeffer und Martin Luther King jr. kommt nun endlich die Frau zu Wort, deren Schriften(1*) sie zu einer der bedeutendsten Mystikerinnen des Christentums machen – in der Hoffnung, durch diese Texte Menschen einen Zugang zum inneren Weg der Gottessuche und des Gebetes zu eröffnen. Dieser Weg kann auch heute Menschen anleiten, in sich selbst nicht nur die Ruhelosigkeit des eigenen Herzens zu entdecken, sondern Leidenschaft, Hingabe und Spiritualität miteinander zu verknüpfen. Insofern ist Teresa trotz ihrer Instrumentalisierung in der Zeit der katholischen Reform bzw. Gegenreformation auch für die evangelische Kirche eine „Kirchenlehrerin“, als welche sie seit 1970 in der römisch-katholischen Kirche betrachtet und verehrt wird.

Dr. Stefan Koch

 

Von den vielen verschiedenen Texten, die Terese von Ávila hinterlassen hat, sind die „geistlichen Erfahrungsberichte“ vermutlich die eigenwilligten. In diesen mitunter recht kurzen autobiographischen Notizen versucht sie, die Inhalte ihrer Visionen – die sie nach ihrem spirituellen und visionären „Durchbruch“ im Jahr 1554 als Gotteserfahrungen deutet, während ihre Umgebung eher dämonische Einflüsse fürchtete – möglichst getreu an andere zu vermitteln. Sie unternimmt diesen Versuch, weil sie zweimal durch einen angeblichen göttlichen Auftrag im Traum dazu aufgefordert wurde. Zu-nächst (1563/64) notiert Terese die einzelnen Erfahrungen für ihre Beichtväter, die ihr einen „guten Geist“ bescheinigten. Danach entstand eine Art Loseblattsammlung (1565-1571) bzw. ein kleines Heftchen (1571). Im Kontext ihrer Anzeige vor der Inquisition in Sevilla (1575) entstehen wieder längere Erfahrungsberichte, die zu ihrem Freispruch (1576) führen. Der letzte der 66 erhaltenen Erfahrungsberichte entsteht in ihrem vorletzten Lebensjahr (1581). 1*

Als ich einige Tage nach dem, was ich gerade 2* sagte, darüber nachdachte, ob die wohl Recht haben, denen es schlecht erscheint, dass ich zum Gründen 3* hinausgehe, und ob es nicht besser sei, wenn ich mich immer dem Beten hingäbe, verstand ich: „Solange man lebt, liegt der Gewinn nicht darin, sich mehr Genuss an mir [Gott] zu verschaffen, sondern meinen [Gottes] Willen zu erfüllen.“

Mir schien dann, dass wohl das der Wille Gottes sei, was der heilige Paulus über die Zurückgezogenheit der Frauen sei (Tit 2,5) – was man mir vor kurzem gesagt hatte und ich auch früher schon gehört hatte. Da sagte er [Gott] mir: „Sag ihnen, dass sie nicht nur auf einem Text der Schrift herumreiten, sondern auch andere anschauen sollen, und ob sie mir [Gott] dann die Hände binden könnten.“ 4*

Hinweise und Fragen

Terese beschreibt hier eine Art zweistufigen Fortschritt der Legitimation ihrer Tätigkeit.

(1) Den ihr (und ungezählten Frauen zuvor und danach) gemachten Vorwurf, die Regel des „Schweigens des Weibes in der Gemeinde“ durch ihre Kirchenreformbemühungen sträflich zu missachten, kontert sie, indem sie zwei ihrer Visionen (im Text als Gottesrede in Anführungs- und Schlusszeichen) als Antworten Gottes auf diese Frage betrachtet, in der für Terese um den wahren Willen Gottes geht. Im Hintergrund steht dabei eine alte Unterscheidung zwischen ‚uti‘ („gebrauchen“, einer Sache um ihres Nutzens willen anhangen) und ‚frui‘ („genießen“, einer Sache um ihrer selbst willen anhangen), die sich schon bei Augustin (De Trinitate 8 und öfter) findet. Demnach möge sich der Mensch in seiner irdischen Existenz die Dinge gebrauchen und Gott genießen – und nicht umgekehrt, wie das dann in der Ewigkeit möglich sein wird. Zugleich darf über dem Genuss Gottes freilich die Orientierung am Willen Gottes für die eigene Berufung nicht vernachlässigt werden.

(2) Wie nun aber soll dies gelingen, den wahren Willen Got-tes zu erkennen? Entscheidend ist hier (in einer m.E. über-raschend „modernen“ Sichtweise Tereses) eine biblische Her-meneutik: es geht nicht an, eine Bibelstelle als alles ent-scheidenden Schriftbeweis in der Faust zu führen und alle anderen relevanten Bibelstellen darüber in den Schuppen zu legen. Sondern die verschiedenen biblischen Zeugnisse – etwa zum Amt der Frauen in der Kirche – beleuchten und interpretieren sich gegenseitig und müssen insgesamt daraufhin befragt werden, was sie als Willen Gottes erkennen lassen. Und darunter sind im Neuen Testament neben der Polemik über das in der Gemeindeversammlung „schweigende Weib“ (I Kor 14,34) eben auch solche, die erkennen lassen, dass Frauen in paulinischen Gemeinden als Gemeindeleiterinnen (Röm 16,1-2: Phö-be) und in offiziellen Funktionen (Röm 16,3-4: Prisca) tätig waren.

Ebenso nimmt Therese – gegen die große Mehrheitsmeinung nicht nur der damals sich formierenden römisch-katholischen Kirche – für ihren Dienst den von ihr persönlich erkannten Willen Gottes in Anspruch, der sie zur Kirchenreform antreibt. Dass in diesen Klöstern durch die Frauen dann sehr wohl auch der Auftrag zur Zurückgezogenheit zum Gebet einge-löst wird, versteht sich im Übrigen – und auch dafür bietet Terese umfangreiche Anleitungen.

1*) Der gesamte Text in deutscher Fassung findet sich in TERESA VON AVILA, Gedanken zum Hohenlied, Gedichte und kleinere Schriften, Vollständige Neuübertragung. Gesammelte Werke Band 3, herausgegeben von Ulrich Dobhan OCD und Elisabeth Peeters OCD, Freiburg, Basel, Wien, 2004, S. 194-314.
2*) Geistlicher Erfahrungsbericht Nr. 15 über eine imaginative Vision Christi und eine intellektuelle Vision der Heiligsten Dreifaltigkeit, Niederschrift vom 30. Juni 1571.
3*) Gemeint sind ihre am Ende 17 Reformklostergründungen, von denen Kritiker sagten, sie würden gegen die Klostergründungsregeln des Konzils von Trient verstoßen. Ihre Kirchenreform durch Frauenklostergründungen und dann besonders deren Betreuung durch ihre theologischen Schriften war kirchenpolitisch ein besonders wichtiger Impuls der Therese von Ávila. Letztlich lässt Therese sich hier auf keine theologischen Diskurse ein, sondern etikettiert ihre Gründungen apodiktisch – aber erfolgreich – als „Willen Gottes“.
4*) Bericht Nr. 16 „Tätigkeiten der Frauen in der Kirche“, notiert in Medina del Campo oder Ávila im Juli 1571. Text in: TERESA VON AVILA, Gesammelte Werke Band 3, S. 235.


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Sippe Wölfe, 5. - 6. Klasse
Fr., 15:15 bis 16:45 Uhr
Sippenleiter Andreas Zeiser
Tel.: 08151 89370

Sippe Wanderfalken, 7. - 8. Klasse
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