Dietrich Bonhoeffer heute gelesen, Teil V

Heute gelesen: Texte und Fragen in der Zeit der Krise

Bonhoeffer Bild
(Dietrich Bonhoeffer 1939 in London,
auf der Rückreise aus den USA nach Deutschland)


In den kommenden Wochen möchte ich Sie ins Gespräch mit einigen Texten von Dietrich Bonhoeffer bringen, dessen Todestag sich am 9. April 2020 zum 75. Mal jährt. Ich erlaube mir, Ihnen dazu jeweils auch ein paar Fragen zu stellen – nicht um eine richtige Antwort zu bekommen, sondern um damit die Aussagerichtung der Texte, wie ich sie verstehe, mit Ihnen zu diskutieren.

Dr. Stefan Koch

 

Bonhoeffers verloren geglaubter Brief an Gandhi

Hinführung
Dietrich Bonhoeffer reiste viel und weit. Gerne hätte er auch in Indien Matahma Gandhi in dessen Ashram besucht. Schon in den ersten Studiensemestern las er in dessen Texten, in seinem Auslandsvikariat in Barcelona (1928/29) hegte er die Hoffnung, nach Indien weiterzureisen. Am 17. Oktober 1934 schrieb Bonhoeffer während seiner Zeit als Pfarrer zweier deutscher Auslandsgemeinden in London an Gandhi, um einen Besuch bei ihm anzubahnen. Am 1. November folgte dann Gandhis Einladung an den „lieben Freund“. Der Besuch kam nicht zustande, Gandhis Antwort ist schon lange bekannt – im Jahr 2018 wurde nun auch Bonhoeffers Brief gefunden und veröffentlicht*1.


Bonhoeffers Brief

Verehrter Mahatmaji!
Es geschieht auf Grund der außerordentlich bestürzenden Situation in den europäischen Ländern und in meinem eigenen Land, Deutschland, dass ich es wage, mich persönlich an Sie zu wenden; und ich hoffe, Sie werden mir das verzeihen. Ich habe lange Zeit gewartet, aber nun haben sich die Dinge so zugespitzt, dass ich es nicht für gerechtfertigt halte, länger zu warten. Wie ich weiß, haben Sie ein offenes Ohr für jede Notlage, wo auch immer sie auftritt; deshalb vertraue ich darauf, dass Sie es nicht ablehnen, mir Hilfe und Rat zuteilwerden zu lassen, obwohl sie mich nicht kennen, und mir meine Fragen nachsehen.
Die große Not in Europa und besonders in Deutschland besteht nicht in der wirtschaftlichen und politischen Unordnung, sondern es geht um eine tiefe geistige Not. Europa und Deutschland leiden unter einem gefährlichen Fieber und sind dabei, sowohl die Selbstkontrolle als auch das Bewusstsein für das zu verlieren, was sie tun. Die heilende Kraft für alle menschliche Bedrängnis und Not, nämlich die Botschaft Christi, enttäuscht immer mehr nachdenkliche Menschen aufgrund ihrer gegenwärtigen Organisationsform. Gewiss gibt es hier und dort einzelne Christenmenschen, die das ihnen Mögliche tun, um die organisierte Christenheit zu einer grundlegenden Erneuerung zu bewegen; aber die meisten organisierten Körperschaften der christlichen Kirchen wollen die tatsächliche Herausforderung nicht wahrnehmen. Als christlicher Pfarrer finde ich diese Erfahrung enttäuschend und niederdrückend. Ich habe keinen Zweifel daran, dass nur wahres Christentum unseren westlichen Völkern zu einem neuen und geistlich gesunden Leben verhelfen kann. Aber die Christenheit muss sehr anders werden, als sie sich gegenwärtig darstellt.
Es hat keinen Sinn, die Zukunft vorauszusagen, die in Gottes Hand liegt; aber wenn uns nicht alle Zeichen täuschen, läuft alles auf einen Krieg in naher Zukunft hinaus; und der nächste Krieg wird gewiss den geistlichen Tod Europas zur Folge haben. Deshalb brauchen wir in unseren Ländern eine wirklich geistlich geprägte und lebendige christliche Friedensbewegung. Die westliche Christenheit muss aus der Bergpredigt neu geboren werden; das ist der entscheidende Grund dafür, dass ich Ihnen schreibe. Aus all dem, was ich von Ihnen und Ihrer Arbeit weiß, nachdem ich Ihre Bücher und Ihre Bewegung über einige Jahre studiert habe, schließe ich, dass wir westlichen Christinnen und Christen von Ihnen lernen sollten, was mit dem Wirklichwerden des Glaubens gemeint ist und was ein Leben erreichen kann, das dem politischen Frieden und dem Frieden zwischen ethnischen Gruppen gewidmet ist. Wenn es irgendwo ein sichtbares Beispiel für das Erreichen solcher Ziele gibt, sehe ich es in Ihrer Bewegung. Ich weiß selbstverständlich, dass Sie kein getaufter Christ sind; doch die Menschen, deren Glauben Jesus pries, gehörten zumeist auch nicht zu der offiziellen Kirche ihrer Zeit …
Die große Bewunderung, die ich für Ihr Land, seine Philosophie und seine Führer, für Ihr persönliches Wirken unter den Ärmsten Ihrer Mitmenschen, für Ihre erzieherischen Ideale, für Ihr Eintreten für Frieden und Gewaltlosigkeit, für die Wahrheit und Ihre Kraft empfinde, hat mich dazu gebracht, dass ich unbedingt im nächsten Winter nach Indien kommen möchte …
Ich verbleibe, verehrter Mahatmaji, sehr ehrerbietig.

Ihr mit Ihnen verbundener
Dietrich Bonhoeffer

Hinweise und Fragen
Bonhoeffer beurteilt die Lage der Kirchen in Deutschland sehr negativ, er sieht in ihrer konkreten Organisation ein Hindernis für den christlichen Glauben. Damit meint Bonhoeffer sicher nicht nur die krude, sich der NSDAP andienende „Glaubensbewegung Deutsche Christen“, sondern womöglich auch die sogenannten „intakten Landeskirchen“ wie Bayern, Württemberg und Hannover. Und auch die „Bekennende Kirche“ war Bonhoeffer gelegentlich zu wenig entschieden zur Verkündigung des Evangeliums.

Bitte lesen Sie die Seligpreisungen der Bergpredigt (Mt 5,3-10) und überlegen, wie eine darauf aufgebaute evangelische Kirche damals – und heute – aussehen würde.

Es gibt einen späteren Brief von Gandhi an Hitler, der ihn zum Frieden mahnt. Dieser Brief ist gewiss nicht durch Bonhoeffers Kontaktaufnahme vermittelt, zeigt aber, dass das „Salz der Erde“ (Mt 5,13a) von dem Jesus im Blick auf seine Jünger spricht, auch nichtchristliche und nichtreligiöse Streuwerkzeuge haben kann.

*1 Abgedruckt in: Zeitzeichen. Evangelische Kommentare zu Religion und Gesellschaft, 21. Jahrgang, April 2020, S. 13-14. Die hier in Ausschnitten zitierte Übersetzung ins Deutsche hat Wolfgang Huber angefertigt, der zuletzt auch eine lesenswerte Bonhoeffer-Biographie vorgelegt hat: Huber, Wolfgang: Dietrich Bonhoeffer – Auf dem Weg zur Freiheit, München 2019.

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