Dietrich Bonhoeffer heute gelesen, Teil IV

Heute gelesen: Texte und Fragen in der Zeit der Krise

Bonhoeffer Bild
(Dietrich Bonhoeffer 1939 in London,
auf der Rückreise aus den USA nach Deutschland)


In den kommenden Wochen möchte ich Sie ins Gespräch mit einigen Texten von Dietrich Bonhoeffer bringen, dessen Todestag sich am 9. April 2020 zum 75. Mal jährt. Ich erlaube mir, Ihnen dazu jeweils auch ein paar Fragen zu stellen – nicht um eine richtige Antwort zu bekommen, sondern um damit die Aussagerichtung der Texte, wie ich sie verstehe, mit Ihnen zu diskutieren.

Dr. Stefan Koch

 

Hinführung
An seinem berühmtesten Text mit dem Buchtitel „Nachfolge“*1 hat Dietrich Bonhoeffer lange herumgedacht und darüber in Finkenwalde sogar eigene Vorlesungen gehalten. Das Manu-skript wurde dann am 1. Advent 1937 in München veröffentlicht, es machte Bonhoeffers Namen in den kirchlichen Kreisen bekannt. Inhaltlich wurde oft attestiert, Bonhoeffer gehe hier deutlich über Martin Luther hinaus, weil er im „Kirchenkampf“ gegen die Nazis erlebt habe, dass die Kirche seiner Zeit die Gnadenlehre des Reformators nicht angemessen bewahre. Tatsächlich waren die „Rechtfertigung“ (die Zuschreibung unserer unverdienten Gerechtigkeit durch Gott) und die dem konsequent folgende „Heiligung“ (das Tun des Guten durch die Gerechtfertigten) auch bei Luther schon zwei Seiten der gleichen Medaille. Es mag aber durchaus sein, dass in kirchlicher Lehre oder persönlicher Glaubenspraxis die Seiten der Medaille nicht eng genug zusammengehalten werden und dadurch – die kritisierte es jedenfalls Dietrich Bonhoeffer in seinem Buch – eine „billige Gnade“, eine Rechtfertigung ohne Konsequenzen und „als Schleuderware“ kenntlich wird …


„Die Nachfolge und das Kreuz“*2
Wie Christus nur Christus ist als der leidende und verworfene, so ist der Jünger nur Jünger als der leidende und verworfene, als der mitgekreuzigte. Die Nachfolge als die Bin-dung an die Person Jesu Christi stelle den Nachfolgenden unter das Gesetz Christi, d.h. unter das Kreuz.
Die Mitteilung dieser unveräußerlichen Wahrheit an die Jünger aber beginnt nun merkwürdigerweise damit, dass Jesus seine Jünger noch einmal ganz und gar freigibt. „Wenn einer mir nachfolgen will“ [Mk 8,34] – sagt Jesus. Es ist je keine Selbstverständlichkeit, nicht einmal unter den Jüngern. Es kann ja keiner gezwungen werden, es kann ja nicht einmal von irgendeinem erwartet werden, vielmehr: „Wenn einer“, allen anderen anderen Angeboten, die an ihn herantraten, zum Trotz nachfolgen will –. Noch einmal ist alles auf die Entscheidung gestellt, mitten in der Nachfolge, in der die Jünger stehen, wird noch einmal alles abgebrochen, alles offengelassen, nichts erwartet, nichts erzwungen. So einschneidend ist das, was jetzt gesagt werden soll. Also noch einmal, bevor das Gesetz der Nachfolge verkündigt wird, müssen sich selbst die Jünger freigeben lassen.
„Wenn einer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst“. Wie Petrus in der Verleugnung Christi sagte: ich kenne diesen Menschen nicht [Mt 26,74], so soll der nachfolgende nun zu sich selbst sagen. Selbstverleugnung kann niemals aufgehen in einer noch so großen Fülle einzelner Akte der Selbstzermarterung der aske-tischen Übungen; es heißt nicht Selbstmord, weil auch hier noch der Eigenwille des Menschen sich durchsetzen kann. Selbstverleugnung heißt nur Christius kennen, nicht mehr sich selbst, nur noch ihn sehen, der vorangeht, und nicht mehr den Weg, der uns zu schwer ist. Selbstverleugnung sagt wiederum nur: Er geht voran, halte dich fest an ihm.
„ – und nehme sein Kreuz auf sich“. Es ist die Gnade Jesu, dass er seine Jünger auf dieses Wort vorbereitet hat durch das Wort von der Selbstverleugnung. Haben wir uns wirklich ganz vergessen, kennen wir uns selbst nicht mehr, dann allein können wir bereit sein, das Kreuz zu tragen um seinetwillen. Kennen wir nur noch ihn, dann kennen wir auch die Schmerzen des Kreuzes nicht mehr, dann sehen wir ja nur noch ihn. Hätte uns Jesus nicht so freundlich vorbereitet auf dieses Wort, so könnten wir es nicht tragen. Aber er hat uns instandgesetzt, auch dieses harte Wort als Gnade zu vernehmen. Es trifft uns an in der Freude der Nachfolge und bestärkt uns in ihr.

Fragen zum Verständnis
Bonhoeffer interpretiert die Nachfolge als Entscheidungssituation und steht damit nahe bei dem, was vor allem das Johannesevangelium immer wieder in den Mittelpunkt rückt, wenn es von der nahenden oder gekommenen „Stunde Jesu“ spricht. Es geht dabei freilich nicht um die Entscheidung Gottes für uns, diese steht schon lange unverrückbar fest. Sondern es geht um unsere Antwort auf diese Entscheidung Gottes für uns. Wäre es überhaupt denkbar, dass unsere fehlende Entscheidung die uns immer zuvorkommende Gnade Gottes zunichtemacht?

In der Nachfolge nehmen wir nicht unser Kreuz, sondern das Kreuz Christi auf uns. Was aber ist mit den Lasten, die wir mit uns herumschleppen und von denen manchmal auch als „Kreuz“ gesprochen wird?

Bonhoeffer ringt der Verleugnung des Petrus eine überraschend positive Bedeutung ab, so als wäre es notwendig, dass auch wir wie Petrus am Wachfeuer im Hof uns von Jesus lossagen. Aber Bonhoeffer deutet sie anders.

*1 Dietrich Bonhoeffer Werke, Band 4. Nachfolge, herausgegeben von M. Kuske und I. Tödt, München 1989
*2 DBW 4, S. 77f.

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