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Tageslosung vom 18.01.2021
HERR, du machst alles lebendig, und das himmlische Heer betet dich an.
Von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit!

Dr. Christian Thiemes Zettelkasten

Nelson Mandela
Anregungen zur Bewahrung der Freiheit, Teil 1

Heute gelesen: Texte und Anregungen in der Zeit des Wartens

Nelson Mandela
Nelson Mandela
South Africa The Good News / www.sagoodnews.co.za, CC BY 2.0 (licenses), via Wikimedia Commons

nelson mandela unterschrift

Zahlreiche Ehren- und Kosenamen wurden ihm zuteil. Mit Bezeichnungen wie "Tata" (deutsch "Vater") und dem Clannamen "Madiba" drückten viele Menschen ihre herzliche Zuneigung zu Nelson Mandela und seinem lebenslanger Kampf für die Gleichberechtigung der Menschen in Südafrika. Ich selbst kann mich noch daran erinnern, wo ich die Nachricht seiner Freilassung aus dem Gefängnis am 11. Februar 1990 erfuhr – und wie froh mich diese Botschaft machte …

"Ich werde für die Freiheit kämpfen, solange ich lebe" hatte Mandela in einem Brief vom 26. Juni 1961, damals schon im Untergrund, notiert. 60 Jahre später bieten die Texte und Überlegungen des Südafrikaners (*18. Juli 1918, †5. Dezember 2013) auch im Jahr der Impfung gegen die Pandemie und die weiterhin noch auferlegte Distanzierung interessante Hinweise und aktuelle Anregungen. Auch heute gilt es, die uns geschenkte Freiheit stets zu bewahren, zugleich deutlich Stellung zu beziehen für die Menschen ohne Ansehen und für einen möglichst gleichen Zugang zu den Chancen unserer Gesellschaft.

Grundlage für die hier vorgestellten Texte sind die englische und die deutsche Textausgabe NELSON MANDELA:The struggle is my life. His speeches and writings brought together, London 1986; DERS.: Der Kampf ist mein Leben. Gesammelte Reden und Schriften. Mit zusätzlichen Dokumenten und Beiträgen zum Befreiungskampf in Südafrika, Dortmund, 1986.

Dr. Stefan Koch

 

Am 11. Juli 1963 wurden auf einer Farm nahe Johannesburg mehrere leitende Mitglieder der Opposition verhaftet. Am 9. Oktober begann der Prozess gegen sie wegen "Sabotage" in 193 Fällen. Nelson Mandela war der Angeklagte Nr. 1, er wurde beschuldigt, den Sturz der Regierung durch bewaffnete Aufstände in die Wege zu leiten. Mandela sagte im Prozess weder in eigener Sache aus, noch ließ er sich in einem Kreuzverhör befragen. Er verfasste stattdessen eine Erklärung, die er dann am 20. April 1964 vor Gericht abgab (sie wird später in dieser Lektüre-Reihe vorgestellt). Zuvor hatte er auf Betreiben von Freunden einen kurzen Abriss seiner Biographie notiert …

"Ich wurde am 18. Juli 1918 in Umtata, Transkei, geboren. Mein Vater, Häuptling Henry, war ein Polygamist, der vier Frauen hatte. Weder er noch meine Mutter sind jemals zur Schule gegangen. Mein Vater starb 1930. Danach wurde David Dalindyebo, der damalige oberste Häuptling des Stammes, mein Vormund …

Ich habe einen Abschluss der philosophischen Fakultät der Universität von Südafrika und bin ausgebildeter Rechtsanwalt. Während ich im Hochverratsprozess vor Gericht stand, heiratete ich Winnie, die Tochter von Columbus Madikizela, dem Landwirtschaftsminister der Transkei. Ich habe fünf Kinder, drei aus einer früheren Ehe und zwei mit Winnie.

Mein politisches Interesse wurde geweckt, als ich in meiner Jugend im Dorf unseren Stammesältesten lauschte. Sie sprachen von den guten alten Zeiten vor der Ankunft der Weißen. Unser Volk lebte friedlich unter der demokratischen Herrschaft seiner Könige und Ratgeber und zog ungehindert durchs ganze Land. Damals gehörte das Land uns. Wir nahmen den Boden, die Wälder und die Flüsse in unseren Besitz. Wir bildeten unsere eigene Regierung; wir befehligten unsere eigene Armee und organisierten unseren eigenen Handel.

Die Ältesten erzählten uns von der Befreiung und vom Kampf, den unsere Vorfahren zur Verteidigung unseres Landes führten. Sie schilderten auch die Heldentaten, die von Generälen und Soldaten in dieser heroischen Zeit begangen wurden. Damals hoffte ich, dass zu den Freuden, die das Leben vielleicht für mich bereithalten mochte, auch die Gelegenheit gehören würde, meinem Volk zu dienen, und ich gelobte, dass ich meinen eigenen bescheidenen Beitrag zu seinem Freiheitskampf leisten wollte. Mit sechzehn Jahren wurde ich, wie es unser Brauch ist, an den Ufern des Bashee-Flusses auf die Beschneidung vorbereitet, demselben Ort, wo viele meiner Vorfahren beschnitten wurden. Nach den Regeln meines Stammes war ich jetzt ein Mann und durfte am "Parlament" des Imbizo-Stammes teilnehmen. Als ich dreiundzwanzig war, glaubte mein Vormund, dass es für mich an der Zeit sei, zu heiraten. Er liebte mich sehr und sorgte ebenso gewissenhaft für mich wie mein Vater, aber er war kein Demokrat und hielt es nicht der Mühe wert, diese Angelegenheit mit mir zu erörtern. Er suchte eine wohlbeleibte und ehrwürdige Frau für mich aus, zahlte Brautgeld (lobola) und die Vorbereitungen für die Hochzeit wurden getroffen. Ich flüchtete nach Johannesburg.

Ich bewarb mich bei den Crown-Minen um eine Stelle. Zusammen mit meinem vier Jahre älteren Neffen, dem obersten Richter Mtirara, jetzt ein Mitglied der Territorialbehörde der Transkei, war ich von zu Hause fortgegangen. Es wurde vereinbart, dass er als kaufmännischer Lehrling und ich als Polizist anfangen sollte. Nach kurzer Zeit, sobald eine Stelle frei war, sollte ich Büroangestellter werden. Ich verließ die Minen und arbeitete ein Jahr lang als Grundstücksmakler für zwei Pfund im Monat plus Provision. Es war die schwierigste Zeit meines Lebens. 1942 erhielt ich eine Lehrstelle bei einem Johannesburger Rechtsanwaltsbüro Witkin, Sidelsky und Eidelmann. Mr. Sidelsky werde ich immer zu Dank verpflichtet sein …

1944 schloss ich mich dem Afrikanischen Nationalkongress an. Die Bewegung wuchs, 1952 wurde ich zum Präsidenten der Organisation in der Transvaal-Provinz gewählt. Im selben Jahr wurde ich stellvertretender Präsident des ANC. 1953 befahl mir die Nationalistische Regierung, von diesem Amt zurückzutreten. 1953 wurde ich wegen meiner Rolle bei der Organisation der Kampagne zur Missachtung der Apartheidgesetze zu einer neunmonatigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt. 1956 wurde ich dann unter der Anklage des Hochverrats verhaftet. Der Prozess dauerte fünf Jahre, und im März 1961 wurde ich freigesprochen. Anfang 1961 ging ich in den Untergrund, um den Mai-Streik zu organisieren. Seitdem bin ich nicht mehr zu Hause gewesen. (Es folgen noch Hinweise auf Auslandsreisen durch Afrika und nach England und politische Gespräche dort).

Hinweis
Das Biogramm Mandelas lässt seine traditionelle Herkunft und jugendliche Prägung als künftiger Repräsentant (einer nicht regierenden Nebenlinie) des Königshauses deutlich werden. Den persönlichen Grund für seine "Flucht" aus dieser Tradition nennt Mandela zwar nicht, sie wirft aber ein bezeichnendes Licht auf diese Tradition, der er als Junge noch bewundernd gelauscht hatte. An anderer Stelle schreibt Mandela davon, er habe schon als Kind gelernt, "Gegner zu bezwingen, ohne sie zu entehren" (NELSON MANDELA, Der lange Weg zur Freiheit, Frankfurt 1994, S. 20).

Interessant sind weitere Leerstellen, die Mandelas Notiz lässt. So schweigt er von seiner Taufe (auf Betreiben des Vaters, um ihm den Besuch der Schule zu ermöglichen), von der Verarmung der Familie nach dem Tod des Vaters samt Umzug und auch dem Jura-Studium (erst noch ohne Abschluss, nachgeholt zum Ende der Haftzeit 1989) und der gemeinsamen Rechtsanwaltspraxis mit Oliver R. Tambo.

Wenn Sie Zeit und Interesse daran haben, füllen Sie doch diese und andere Lücken durch eigene Lektüre für ein differenzierteres Bild der frühen Jahre von Rohihlahla Mandela (den später gebräuchlichen Vornamen Nelson bekam er erst auf dem presbyterianischen Internat).

1)NELSON MANDELA: Der Kampf ist mein Leben. Gesammelte Reden und Schriften. Mit zusätzlichen Dokumenten und Beiträgen zum Befreiungskampf in Südafrika, Dortmund, 1986, S. 372-374.


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Sippe Wölfe, 5. - 6. Klasse
Fr., 15:15 bis 16:45 Uhr
Sippenleiter Andreas Zeiser
Tel.: 08151 89370

Sippe Wanderfalken, 7. - 8. Klasse
Fr., 16:45 bis 18:15 Uhr
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Mobil: 0152 33868476

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